Interview Dr. Hubertus Cranz (BAH)

„Wenn wir nichts tun, sinkt die Apothekenzahl weiter“ Lothar Klein, 17.01.2020 09:05 Uhr

Berlin - Die fortschreitende Digitalisierung des Apothekenmarktes und der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) werden die Pharmazeuten in der Arzneimittelversorgung nicht überflüssig: „Der Apotheker ist nicht ersetzbar“, sagt Dr. Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Er sieht jedoch die Politik in der Pflicht, sich aktiv für die Apotheke vor Ort einzusetzen. Denn welche Folgen es haben kann, wenn man funktionierende Strukturen nicht schützt, kann man seiner Meinung nach am Beispiel der Lieferengpässe sehen. Im Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärt er, wie er mit dem neuen Verband ein Gegengewicht zu den Krankenkassen aufbauen will.

ADHOC: BAH und BPI haben die Verbandslandschaft vor Weihnachten mit der Ankündigung ihrer Fusion aufhorchen lassen. Gibt es inzwischen Neuigkeiten? Gibt es schon einen Namen für den neuen „Super“-Verband der Arzneimittelhersteller?
CRANZ: Es gibt natürlich Überlegungen, aber noch keine Neuigkeiten. Der neue Name steht noch nicht fest. Endgültig ist die Fusion ja erst mit dem Beschluss der Mitgliederversammlung unter Dach und Fach. Wir arbeiten jetzt daran, alles zusammenzubringen.

ADHOC: Die gemeinsame Geschäftsführung steht fest. Wie sieht es mit dem Vorstand aus? Wer stellt den Vorsitzenden. Oder gibt es zwei oder noch mehr?
CRANZ: Auch das ist noch nicht entschieden. Wir werden aber sicher darauf achten, dass sich in der gesamten Führungsmannschaft die unterschiedlichen Elemente der Industrie wiederfinden. Wir wollen ja das gesamte Spektrum der Pharmaindustrie abbilden – verschreibungspflichtige ebenso wie nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel, Generika und innovative Produkte, alle sind dabei. Auch die besonderen Therapierichtungen, also Phytopharmaka, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel, sind vertreten. Digitale Gesundheitsanwendungen sind wichtig, ebenso wie Nahrungsergänzungsmittel. Die Hauptausrichtung sind natürlich Arzneimittel und stoffliche Medizinprodukte. Im Bereich stoffliche Medizinprodukte sind wir sogar federführend in der politischen Debatte. Das deckt kein anderer Verband ab. Sie sehen wir haben viele Themen und Interessensgebiete.

ADHOC: Wie viele Mitglieder wird der Super-Pharmaverband haben?
CRANZ: Ich gehe davon aus, dass wir unsere Mitgliederstruktur insgesamt halten. Das bedeutet, dass sich die bisherige Mitgliederzahl des BAH von rund 400 Unternehmen nicht signifikant verändern wird. Der BAH deckt ja jetzt schon das gesamte Pharmasektrum ab. Hinzu kommen die rund 270 BPI-Mitgliedsunternehmen – abzüglich der Mitglieder, die in beiden Verbänden organisiert sind. Wir gehen natürlich davon aus, dass der fusionierte Verband noch attraktiver für Pharmaunternehmen wird als BAH und BPI jeder für sich. Deswegen kann es gut sein, dass sich die Mitgliederzahl insgesamt erhöht.

ADHOC: An welcher Stelle drückt denn der Pharmaindustrie der Schuh so sehr, dass man sich zu dieser spektakulären Fusion veranlasst sah? Dahinter steckt ja offensichtlich die Absicht, in der Politik besseres Gehör zu finden.
CRANZ: Der Druck kommt natürlich aus dem politischen Umfeld. Im Augenblick haben wir eine in der Gesundheitspolitik sehr aktive Bundesregierung, einen sehr aktiven Bundesgesundheitsminister. Außerdem stehen viele Themen auf europäischer Ebene an. Es läuft sehr viel. Darauf müssen wir reagieren. Außerdem wollen wir die Qualität unserer Beratungsleistung gegenüber den Mitgliedern – vor allem im regulatorischen Bereich – weiter stärken.

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