Und so weiter: 227 Apotheken weniger

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Berlin -

In Deutschland nimmt die Zahl der öffentlichen Apotheken weiter ab. Nach neuesten Zahlen der ABDA wurden Ende des dritten Quartals dieses Jahres genau 19.196 Apotheken registriert. Das waren 227 weniger als Ende 2018. In allen Kammerbezirken gab es mehr Schließungen als Neueröffnungen. Die Zahl der selbstständigen Apothekenleiter ist ebenfalls zurückgegangen. Während im Jahr 2018 noch 14.882 Haupt- beziehungsweise Einzelapotheken registriert wurden, waren es am Ende des dritten Quartals 2019 nur noch 14.613 und damit 269 weniger. Bei den Filialapotheken konnte ein Plus verzeichnet werden. Ende September gab es 4583 Filialen. Das waren 42 mehr als Ende 2018.

Damit hält 2019 der Negativtrend an, der sich im vergangenen Jahr beschleunigt hat. Seit 2009 sinkt die Zahl der Apotheken, mit 325 Schließungen netto gab es 2018 den bisherigen Negativrekord. Ob diese Größenordnung übertroffen wird, bleibt abzuwarten. Die Quote von 1,65 Prozent Schließungen könnte in diesem Jahr erreicht oder sogar übertroffen werden, denn die Zahlen für das erste Halbjahr entsprachen ziemlich genau denen des Vorjahreszeitraums. Demnach dürfte die Gesamtzahl der Apotheken am Jahresende bei nur noch etwas mehr als 19.000 liegen. Laut ABDA ist die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln nach wie vor gesichert ist. Allerdings hatte Sprecher Dr. Reiner Kern im Sommer im Focus erklärt, dass hochgerechnet in den kommenden zehn Jahren weitere 2200 Apotheken verschwinden könnten.

Bereits im ersten Halbjahr war die Zahl der Apotheken erneut stark gesunken. Per 30. Juni gab es in Deutschland 19.268 Betriebsstätten, das waren 155 oder 0,8 Prozent weniger als sechs Monate zuvor. 46 Neueröffnungen standen 210 Schließungen gegenüber. Netto schlossen im ersten Quartal 86 Apotheken, im zweiten Quartal waren es 69. Die Zahl der Hauptapotheken war sogar um 178 rückläufig, das entspricht einer Quote von 1,2 Prozent. Insgesamt gab es zur Jahresmitte noch 14.704 selbstständige Apotheker. Die Zahl der Filialen stieg leicht um 23 auf 4564 – in der Vergangenheit hatte die Filialisierung den Abwärtstrend ein Stückweit aufgefangen. Im Vorjahr war die Zahl der Filialen jedoch erstmals unter 1 Prozent gewachsen.

Ein allgemeines Problem der Apotheken ist die Ertragslage. Nach Zahlen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) lag die Quote am Nettoumsatz 2018 nur noch bei 6 Prozent. Unter dem Strich blieben einer Apotheke damit im vergangenen Jahr 143.885 Euro. Die Personalkosten lagen gemessen am Umsatz bei 10,7 Prozent, dieser ist aber – vor allem aufgrund hochpreisiger Arzneimittel – auf durchschnittlich 2,381 Millionen Euro gestiegen. Weil die Apotheken bei den Gewinnen nicht gleichermaßen partizipieren, hat sich der Personalkostenanteil am Betriebsergebnis auf zuletzt 45 Prozent erhöht. Zum Vergleich: 2003 waren es 37,5 Prozent.

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