Krefeld: Labor weg, Apotheke zu

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Berlin - Mit dem Jahr und dem Jahrzehnt sind auch wieder einige Apotheken von uns gegangen. Zu den letzten gehörte die Apotheke am Zoo in Krefeld. Erst zwei Wochen zuvor hat Inhaber Klaus Mellis die Notbremse gezogen und das Aus für die Filiale beschlossen. Eine wichtige Erkenntnis hat er jedoch mitgenommen und will sie seinen Kollegen ans Herz legen.

Es gibt zu viele Apotheken in Deutschland, unkt es immer wieder. Während es jedoch in manch ländlichen Gebieten eine halbe Tagesreise bis zur nächsten Offizin ist, treten sich die Pharmazeuten in manchen Innenstadtlagen die Füße breit. Und genau da sieht Mellis das Problem: Denn manche Inhaber ziehen im Konkurrenzkampf eher die anderen mit herunter, statt der Wahrheit ins Auge zu schauen und selbst auszusteigen. „Das ist eine Situation, die mir jetzt erst bewusst geworden ist“, sagt Mellis. „Eigentlich muss man sich mit seinen Nachbarn auch mal an einen Tisch setzen und besprechen, ob an einem Standort alle noch eine Existenzberechtigung haben. Ein Standort kann oft einen oder zwei Apotheken tragen, aber nicht drei.“ Dabei solle man sich nicht täuschen lassen: Dass der Standort vielleicht einst drei Apotheken tragen konnte, heiße nicht, dass er es heute noch kann.

Für seine eigene Filiale kam diese Erkenntnis nicht mehr pünktlich. Am 31. Dezember war nach knapp 30 Jahren Schluss für den Standort der Apotheke am Zoo. Seit 2012 hatte Mellis sie unter dem Namen als Filiale seiner Mauritius-Apotheke betrieben. Ein Standort mit viel Laufkundschaft war sie nie. Schon 2017 hatte Mellis mangels Kunden beschlossen, die Apotheke samstags geschlossen zu halten. Das angeschlossene Steril-Labor trug den Betrieb aber noch halbwegs – bis auch das sich nicht mehr lohnte, „weil es dann Bottrop gab“. Mellis meint den Zyto-Skandal um die Alte Apotheke. Der hatte zumindest in Nordrhein-Westfalen zu verschärften Auflagen auch für Labore gesorgt, die keine Zytostatika herstellen.

Mit den nötigen Investitionen für die neuen Auflagen habe sich das Labor nicht mehr rentiert. „Das Aufkommen war nicht mehr groß genug, als dass es sich gelohnt hätte“, so Mellis. So rang er sich Ende 2018 zur Schließung durch. Dass es dadurch nicht automatisch einfacher wird, war ihm auch damals schon bewusst. Doch wie die meisten Inhabern fiel auch ihm die Entscheidung schwer. „Mir war auch damals schon bewusst, dass jetzt etwas ganz Tolles passieren müsste, damit es mit der Filiale weitergeht.“

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