Focus beschwört Apothekensterben

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Berlin - Die Zahl der Apotheken ist seit Jahren rückläufig. Laut einem Bericht des Focus geht man bei der ABDA davon aus, dass dieser Trend anhält. In den kommenden zehn Jahren rechne die Bundesvereinigung demnach mit einem Rückgang von weiteren 2200 Apotheken. Auf Nachfrage erklärt ABDA-Sprecher Dr. Reiner Kern, dass es sich dabei um eine Hochrechnung gehandelt habe – „nicht mehr und nicht weniger“.

Zum Jahreswechsel gab es laut ABDA-Statistik noch 19.423 Apotheken. Allein in den ersten drei Monaten 2019 beträgt der Nettoverlust schon wieder 86 Apotheken. Zahlen für das zweite Quartal liegen noch nicht vor, es spricht aber nichts für eine Kehrtwende. Immerhin schrumpft die Apothekenzahl seit 2008, damals war der Höchststand von 21.602 Betriebsstätten erreicht. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Apotheken demnach um 2179 gesunken.

Auf die Frage des Focus nach der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren habe man auf diesen Umstand hingewiesen, so Kern. Und sollte sich an dem Trend nichts ändern, würden eben wieder mehr als 2000 Apotheken schließen und Deutschland auf den Versorgungsstand von 1979 zurückfallen. Im Jahr 2028 gäbe es nach dieser Hochrechnung noch 17.223 Apotheken. Kern stellte klar, dass es keine konkrete Berechnung oder gar Studie zu der Entwicklung der Apothekenzahl in den kommenden zehn Jahre gibt. Andererseits: „Wäre es völlig abwegig, hätten wir die Aussage nicht gemacht“, so Kern.

Neben der ordnungspolitischen Unsicherheit – etwa das schleppende Gesetzgebungsverfahren zum Thema Boni – leiden die Apotheker laut Kern unter einer unsicheren wirtschaftlichen Perspektive. Sie seien die einzige Berufsgruppe im Gesundheitswesen ohne verbindliche Regelung für eine regelmäßige Honoraranpassung. Gerade für den Nachwuchs sei als dritte Säule eine klare fachliche Perspektive notwendig, Stichwort pharmazeutischen Dienstleistungen.

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