Komplementärmedizin

TK sagt Homöopathie-Debatte ab dpa, 14.12.2017 10:08 Uhr

Berlin - Obwohl homöopathische Therapien laut großen Studien keine Wirkung besitzen, zahlen viele Krankenkassen sie. Damit müsse Schluss sein, fordern Kritiker.

Quecksilber, Pflanzenteile, Hundekot: Hochverdünnte Stoffe sollen Krankheiten heilen oder zumindest lindern können, glauben Anhänger der Homöopathie. Kaum eine Therapieform ist derart umstritten. Viele Patienten versprechen sich eine sanfte Heilung durch die Zuckerkügelchen oder Tropfen, während Wissenschaftler warnen: Globuli besitzen keine Wirkung, sondern stellen nur eine Schein-Behandlung dar. Kassen dürfen eigentlich nur die Kosten von anerkannt wirksamen Therapien erstatten, doch für Homöopathie und ähnliche Verfahren hat der Gesetzgeber Sonderregeln geschaffen. Sie müssen nicht in aufwendigen Studien ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen.

In den sozialen Medien tobt schon lange ein Streit in dieser Frage, der in den letzten Monaten weiter Fahrt aufgenommen hat. So erregte der bayerische Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Christian Lübbers mehrfach deutschlandweit Aufmerksamkeit: Er twitterte im Januar dieses Jahres über ein Kind mit eitriger Mittelohrentzündung, bei dem er Globuli im Gehörgang fand. Auch setzt sich Lübbers zusammen mit dem Informationsnetzwerk Homöopathie dafür ein, dass gesetzliche Krankenkassen die Therapien nicht mehr bezahlen.

Mehrere Kassen mischen in den Diskussionen mit – eine entzog sich nun dem Austausch. „Völlig überraschend“ habe „eine der größten deutschen Krankenkassen“ ein bereits vor Wochen vereinbartes Gespräch über die Zukunft der Homöopathie-Erstattung abgesagt, erklärte das Netzwerk in einer Mitteilung Ende vergangener Woche. „Geplant war ein dreistündiges Gespräch mit der hohen Verwaltungsebene“, sagt Lübbers. Ein „konstruktiver Meinungsaustausch“ habe die Vor- und Nachteile abwägen soll

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