Apothekenstärkungsgesetz

Süddeutsche: Apotheker triumphieren über DocMorris APOTHEKE ADHOC, 02.07.2019 13:40 Uhr

Berlin - Das geplante Apothekenstärkungsgesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist ein Triumph der Apothekerlobby über die Versandapotheke Doc Morris – erkauft auf Kosten kleiner Landapotheken, die die ABDA geopfert hat, um ihre eigenen politischen Ziele durchzusetzen. Zu diesem Schluss kommt die Süddeutsche Zeitung (SZ) in einer längeren Politikreportage über die aktuelle Situation auf dem Apothekenmarkt. Die Essenz: Die Apotheken auf dem Land gehen nicht an ausländischen Versendern zugrunde, sondern an der ABDA.

Der wahre Feind von kleinen Apotheken in ländlichen Gebieten sind nicht die Versender, sondern die Funktionäre ihrer Standesvertretungen. Denn sie lassen die Schwächsten ihrer Zunft über die Klinge springen, um das bisherige Honorarsystem zu erhalten, das die großen Innenstadtapotheken bevorteilt. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Reportage der SZ-Journalistin Kristiana Ludwig.

Ludwig betreut das Thema regelmäßig bei der Süddeutschen – und ist damit in Apothekerkreisen schon mehrmals auf Widerstand gestoßen. Im Januar hatte sie in der größten deutschen Tageszeitung davon berichtet, die Apothekerlobby würde Spahn quasi händisch die Paragraphen in den Gesetzestext diktieren und damit einige Menschen in der Branche gegen sich aufgebracht. Diese Interpretation der Ereignisse wiederholt sie nun in ihrer heutigen Reportage und legt noch einen drauf. Sehr gut sei die Stimmung auf dem ABDA-Sommerfest gewesen. „Es gibt etwas zu feiern“, berichtet sie. „In den letzten Monaten haben die Lobbyisten des Apothekenverbands und ihre Unterstützer aus der Politik den Vorschlag des Gesundheitsministers auseinandergenommen. Mehrere Male musste Spahn ihn überarbeiten, einige Formulierungen der Lobby landeten fast wortgleich in den Papieren des Ministers.“

So sei das geplante Rabattverbot zustande gekommen. „Für den Verband der Apotheker ist das Ergebnis ein Triumph über den Onlineshop Doc Morris. Zumindest bis zur Gerichtsverhandlung in Luxemburg“, schreibt sie. „Für ihren Deal mit dem Minister haben die Berliner Apothekenlobbyisten allerdings auch etwas geopfert“, nämlich etwa die Hälfte des Geldes, das Spahn für Beratungen sowie Nacht- und Notdienste vorgesehen hatte. Das sei Geld, das kleinen Landapotheken geholfen hätte. „Dieses Opfer war ihnen der Sieg wert“, so Ludwig.

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