Sterilrezepturen

Union prüft Zyto-Ausschreibungen Alexander Müller, 08.04.2016 16:42 Uhr

Berlin - Die Union wird sich kritisch mit dem Thema Ausschreibungen in der Zytostatika-Versorgung auseinander setzen. Das versprach die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Maria Michalk (CDU), den Mitgliedern des Verbands der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA) auf deren Jahrestagung. Schon in der kommenden Woche werde sich die Arbeitsgruppe Gesundheit der Union ernsthaft mit dem Thema befassen, so Michalk. Ganz abgeschafft werden die Ausschreibungen der Kassen in diesem Bereich aber wohl nicht.

Lange Transportwege sieht Michalk nicht als das vordergründige Problem. Aber es sei wichtig, dass die Patienten Vertrauen in die Einrichtung hätten, die sie versorge und nicht „nehmen müssen, was sie kriegen“. Dazu gehört aus Sicht der CDU-Abgeordneten auch die Betreuung durch die Apotheke. Es müsse in der Fläche Zytostatika-Apotheken geben, damit eine ganzheitliche Betreuung gewährleistet sei.

Der Forderung des VZA, Ausschreibungen komplett zu verbieten, folgt Michalk allerdings nicht: Sie könne nicht unterschreiben, dass Ausschreibungen im Dienstleistungsbereich gar nichts zu suchen hätten. „Ich stehe zu mehr Wettbewerb, aber die Auswüchse sind zu hinterfragen“, so Michalk.

Sie nannte beispielhaft die Hilfsmittelversorgung. Auch hier habe das System ungewollte Blüten getrieben. Und auch in diesem Bereich müsse die Versorgung „möglichst wirtschaftlich sein, nicht möglichst billig“. Die Koalition habe an dieser Stelle bereits reagiert. Deswegen sei es gut, dass der VZA sich bemerkbar mache und auf die Sorgen der Zyto-Apotheker hinweise. „Das ist wie auf der Kinderstation: Wer nicht schreit, wird auch nicht gewickelt“, sagte sie zum Abschied scherzhaft und fügte augenzwinkernd hinzu: „Das bedeutet aber nicht, dass jeder eine goldene Windel bekommt.“

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