Digitalisierung

Spahn: Digital-Angebote gegen überfüllte Praxen

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auch auf neue digitale Angebote, um überfüllte Arztpraxen zu vermeiden. „Bei vielen Arztbesuchen geht's um kurze, abklärende Gespräche“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Kleine Fragen ließen sich aber auch online in wenigen Minuten unkompliziert klären. „Die Wartezimmer würden deutlich leerer, und es wäre mehr Zeit für die aufwendigeren Fälle.“ Die freie Arztwahl wolle er ausdrücklich erhalten. Jeder Patient sollte sich aber fragen, ob ein Arztbesuch wirklich nötig sei, gerade an Wochenenden. „Die Rückenschmerzen, die man seit drei Wochen hat, sind kein Fall für den Notdienst“, erklärte Spahn.

Verstärken will der Minister Forschungsprogramme und die europäische Kooperation für den Kampf gegen bisher nicht heilbare Demenz. „Wenn wir die Daten von Millionen Demenzkranken in Europa anonymisiert zusammenführen und auswerten könnten, würden wir bestimmt neue Erkenntnisse erlangen.“ Eine Stellschraube seien auch Preise neuer Arzneimittel, die für Anbieter so sein müssten, dass sich Forschung lohne. „Ich wünsche mir, dass wir die Demenz besiegen können.“

Wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart, will Spahn die wöchentlichen Sprechzeiten von Ärzten für Kassenpatienten ausweiten, damit gesetzlich Versicherte schneller an Termine kommen. Um Ärzte dahin zu locken, wo sie dringend gebraucht werden, sollten Regionen mit zu wenigen Medizinern attraktiver gemacht werden. Dazu gehöre auch, überversorgte Stadtteile für Arzt-Neuzulassungen zu sperren.

Das Krankenhaus-Angebot soll stärker differenziert werden, wie Spahn deutlich machte. „Nicht jedes Krankenhaus muss jede Operation anbieten.“ Er wolle mit den für die Planung zuständigen Ländern über ein „intelligentes Versorgungsnetz von der wohnortnahen Kreisklinik bis zur Universitätsmedizin“ sprechen. Komplizierte und planbare Operationen sollten besser spezialisierte Krankenhäuser vornehmen.

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