Hinter den Kulissen

So stirbt das Rx-Versandverbot Lothar Klein, 27.04.2018 11:49 Uhr

Berlin - Seit dem Antrittsbesuch der ABDA-Spitze bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält das Schweigegelübde zum Rx-Versandverbot. Heute um 17 Uhr gibt es für alle Apotheker die Gelegenheit, Spahn persönlich zu befragen: Auf Facebook stellt er sich wieder einmal 15 Minuten lang den Fragen der Social-Media-Gemeinde. Und hinter den Kulissen läuft die Suche nach einer Lösung für das Problem mit dem versprochenen Rx-Versandverbot.

Je länger das Stillschweigen nach der zwischen Spahn und der ABDA verabredeten Vertraulichkeit hält, desto mehr schießen die Spekulationen ins Kraut: Wie früher bei der Moskauer Kreml-Führung wird sogar die Gesichts-Astrologie bemüht. Beobachter wollen nach dem Treffen im Bundesgesundheitsministerium (BMG) einen mehr als üblich zerknirschten Gesichtsausdruck bei ABDA-Justiziar Lutz Tisch erkannt haben. Spahn soll der ABDA klar gemacht haben, dass das Rx-Versandverbot rechtlich und politisch nicht durchsetzbar ist. Beim DAV-Wirtschaftsforum war davon allerdings nichts zu spüren. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, DAV-Vorsitzender Fritz Becker und BAK-Präsident Andreas Kiefer zeigten sich nach außen unbeeindruckt.

Allerdings hat die ABDA-Führung keinen Grund zur Gelassenheit. In den kommenden Wochen geht es um die Zukunft des Berufsstandes. Bis zum Herbst soll ein Paket vorbereitet werden, dass das Rx-Versandverbot überflüssig macht, den Vor-Ort-Apotheken auch in ländlichen Regionen die Existenz sichert und die ausländischen Versandapotheken am Leben lässt, aber an die Leine legt. „Die ABDA ist in der Defensive“, heißt es in der großen Koalition, „das Rx-Versandverbot muss politisch abgeräumt werden.“ Seit Hermann Gröhe das BMG abgeben musste, ist der ABDA das politische Fundament abhanden gekommen.

Die CDU hat dazu – nach Georg Kippels Mitte März – jetzt Arzneimittelexperte Michael Hennrich als politischen „Minenräumer“ vorgeschickt. Hennrich und Becker kennen sich gut und pflegen in Stuttgart einen kurzen Draht. Das legt den Verdacht nahe, dass die ABDA von der unfrohen Botschaft nicht ganz unvorbereitet getroffen wurde. Denn auch Ärztefunktionäre hatten sich bereits in das politische Tauziehen hinter den Kulissen eingeschaltet: Sie haben der ABDA klar gemacht, dass sie beim Abräumen des Fernbehandlungsverbots kein Sperrfeuer von den Apothekern gebrauchen können und im übrigen kein Problem mit DocMorris & Co. haben – im Gegenteil.

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