Schleswig-Holstein

Garg (FDP): Mehr als drei Filialapotheken Lothar Klein, 06.06.2017 09:07 Uhr

Berlin - Nach dem Wahlsieg der CDU in Schleswig-Holstein laufen in Kiel die Koalitionsverhandlungen mit der FDP auf Hochtouren. Das Kapitel Finanzen ist abgehakt. Jetzt geht es um die Gesundheitspolitik. Als neuer Gesundheitsminister ist FDP-Landeschef Dr. Heiner Garg im Gespräch – nach dem Beschluss des Bundesparteitags ein Schreckgespenst für viele Apotheker. Im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC distanziert sich Garg von der Abschaffung des Fremdbesitzverbotes. Stattdessen will er das Mehrbesitzverbot lockern und Landapotheken mit einem Sicherstellungszuschlag unterstützen.

ADHOC: Möchten Sie das Modell der inhabergeführten Apotheke vor Ort erhalten?
GARG: Ja. Die inhabergeführte Apotheke ist das Rückgrat der Versorgung und dabei soll es auch in Zukunft bleiben. Um das möglich zu machen, brauchen wir faire Wettbewerbsbedingungen für die Apotheken. ADHOC: Aber die FDP hat gerade die Abschaffung des Fremdbesitzverbotes in ihr Bundestagswahlprogramm geschrieben.
GARG: Das Thema wird heiß diskutiert und ist nachvollziehbar ein großer Aufreger. Man darf aber nicht die Augen davor verschließen, dass hier bereits eine Entwicklung im Gang ist. Die FDP steht dafür, die Entwicklung vernünftig zu steuern. Die FDP Schleswig-Holstein lehnt eine Aufweichung des Fremdbesitzverbots jedoch ab. Die Novelle des Apothekengesetzes aus dem Jahr 2003, wonach es Apotheken gestattet ist neben, der Hauptapotheke bis zu drei Filialapotheken zu betreiben, sollte dahingehend überprüft werden, ob es unter versorgungspolitischen Aspekten sinnvoll sein kann, den Betrieb von mehr als drei Filialapotheken zu ermöglichen. ADHOC: Wie stehen Sie zum Versandhandel?
GARG: Die FDP steht für eine patientenzentrierte Gesundheitspolitik. Jeder Patient sollte daher grundsätzlich die Wahlfreiheit haben, von wem er seine Arzneimittel bezieht. Die Apotheken sind dabei der Ansprechpartner vor Ort.

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