Wahlprogramm

Theurer: Die FDP steht nach wie vor zur Apotheke Lothar Klein, 29.05.2017 12:47 Uhr

Berlin - Verhindern konnte Michael Theurer den Beschluss des FDP-Parteitages zum Fremdbesitzverbot nicht. Distanzieren will er sich davon aber auch nicht: „Als Demokrat trage ich den Beschluss mit. Aber ich bin inhaltlich anderer Meinung und mache dies öffentlich auch deutlich“, so der im FDP-Präsidium für Mittelstandsfragen zuständige Politiker. Das Votum des FDP-Parteitages zur Abschaffung des Fremdbesitzverbotes trifft den Vorsitzendes des Landesverbandes Baden-Württemberg auch ganz persönlich: Sein Vater, Dr. Günther Theurer, war selbst Apotheker, Chef des Landesapothekerverbands und lange Jahre dessen Ehrenvorsitzender.

„Sie können sich vorstellen, dass das für mich eine ganz besonders schwierige Lage ist“, so Theurer zu APOTHEKE ADHOC. Er habe noch versucht, auf dem FDP-Parteitag die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen, und sich immerhin erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Unterstützung für die Apotheke vor Ort nicht auch noch aus dem FDP-Wahlprogramm gestrichen wurde. „Es ist mir unerklärlich, warum auf dem Parteitag nicht über das Fremdbesitzverbot abgestimmt wurde“, trauert Theurer der verpassten Chance nach: „Wir waren ja keine kleine Minderheit aus Baden-Württemberg mit unserem Gegenantrag.“

Ändern lässt sich am Beschluss nun nichts mehr: „Die Messe ist gelesen, das Wahlprogramm verabschiedet. Aber natürlich nehme ich die Resonanz bei den Apothekern wahr“, so Theurer. Aber auf der andere Seite müsse man auch registrieren, dass es der FDP bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und eine Woche zuvor in Schleswig-Holstein nicht geschadet habe: „Wir haben exzellent abgeschnitten. Diejenigen, die dachten, damit gegen die FDP Stimmung machen zu können, haben sich getäuscht.“

Jetzt müsse die FDP versuchen, wieder mit den Apothekern in einen Dialog zu kommen. Denn der Eindruck, dass die Freien Demokraten nicht mehr hinter der inhabergeführten Apotheke stehen, sei falsch. „Das FDP-Wahlprogramm bietet Ansatzpunkte für den Dialog.“ Die FDP wolle faire Wettbewerbsbedingungen zwischen ausländischen Versendern und inländischen Apotheken. „Wir müssen über diese Bedingungen sprechen“, sagt Theurer, der für die FDP in Baden-Württemberg als Spitzenkandidat auf Listenplatz 1 antritt und damit im Erfolgsfall sicher in den Bundestag einziehen wird.

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