Trotz Sensationsergebnis für die AfD

Landtagswahlen: Atempause für Wackel-GroKo

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Berlin -

Erleichterung bei den GroKo-Partnern - aber auch extreme Nüchternheit. Die Sensationsergebnisse der AfD markieren einen tiefen Einschnitt. Das Regieren in Berlin wird nicht einfacher.

Es ist eine Atempause für die schlingernde große Koalition von Kanzlerin Angela Merkel. Die Rechtspopulisten von der AfD können am Sonntag bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg Sensationsergebnisse bejubeln. Der AfD-Erfolg im Osten ist ein Einschnitt – und der Rutsch nach Rechts aus Sicht aller anderen Parteien das eigentliche Warnzeichen. Und doch: Anders als befürchtet schafft es die AfD nicht auf Platz eins. Die Regierungschefs Michael Kretschmer (CDU, Sachsen) und Dietmar Woidke (SPD, Brandenburg) können sich trotz hoher Verluste wohl in Dreierkoalitionen retten. Ein akutes neues Beben der Koalition im Bund dürfte damit zunächst ausbleiben, hoffen sie in Union und SPD.

Erleichterung – das ist das Wort des Abends bei der SPD. Sie stürzt vor allem in Sachsen ab, verteidigt trotz aller Verluste in Brandenburg aber Platz eins. „Ich bin erstmal froh, dass das Gesicht Brandenburgs auch in Zukunft ein freundliches bleiben wird“, sagt Woidke. SPD-Vize Ralf Stegner schlendert durchs fast leere Willy-Brandt-Haus, wo die Stimmung extrem nüchtern ist, und meint: „Nichts ist leichter geworden, es ist nicht noch schwerer geworden.“

Bei der CDU spricht Generalsekretär Paul Ziemiak von gemischten Gefühlen – und attestiert Sachsens Wahlgewinner Michael Kretschmer einen ganz persönlichen Erfolg, weil dieser „die Gesellschaft in Sachsen versöhnt und nicht gespalten“ habe. Im Adenauerhaus wird die Tatsache, dass Kretschmer die AfD auf Abstand halten konnte, aber auch mit dessen klarer Absage an Bündnisse mit AfD oder Linkspartei in Verbindung gebracht. Soll zugleich heißen: Der Kurs von Ingo Senftleben in Brandenburg, der sich eben nicht so klar distanziert hatte, habe nicht weitergeholfen.

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