Siebte Dosis entnehmen

Spahn will zwei Schnelltests je Woche

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Foto: Andreas Domma
Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass ein Großteil der Bevölkerung ab sofort zwei Schnelltests pro Woche durchführen lässt. Das gebe zusätzliche Sicherheit, bis genügend Impfstoff zur Verfügung stehe. Die Strukturen würden derzeit aufgebaut, so Spahn mit Verweis unter anderem auf Drogeriemärkte und Apotheken.

Jetzt gehe es darum, die letzten Kilometer durchzuhalten, bis – wie bereits versprochen – im Sommer jeder ein Impfangebot erhalte, so Spahn. Er sei dafür, dass „da, wo es geht“, auch eine siebte Dosis entnommen wird. Das sei jedoch nicht so einfach, wie die sechste Dosis zu gewinnen. Deshalb sei eine generelle Regelung nicht möglich.

Zur Kritik, dass Impfstoff übrig bleibe, sagte Spahn, dass auch in den USA keine bessere Quote gebe. Wo dies aber der Fall sei, brauche es mehr Flexibilität, so Spahn: Denkbar sei etwa, dass sich über 70-Jährige ausweisen und dann geimpft werden. Pragmatismus sei möglich und auch notwendig, um jede Woche den Impfstoff komplett zu verimpfen. „Das gibt die Impfverordnung doch her.“

Professor Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) appellierte an die Menschen: „Nehmen Sie die Ergebnisse auch ernst!“ Jeder mit einem positiven Ergebnis sollte seiner Meldepflicht nachkommen und umgehend seine Bekannten informieren, denn Zeit sei ein kritischer Faktor. Nach den bisherigen Erfahrungen werde etwa die Hälfte aller positiven Schnelltests im PCR-Test bestätigt. Wieler warnte auch vor wieder steigenden Todeszahlen.

Spahn mahnte angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weiter zu Vorsicht auch für die Osterzeit. Er appelliere an die Länder, die vereinbarte „Notbremse“ bei hohem Infektionsgeschehen konsequent anzuwenden. Die Bürger bitte er, sich an Ostern sowie davor und danach idealerweise nur draußen mit anderen zu treffen. Das Eindämmen von Ansteckungen bleibe auch bei anziehenden Impfungen wichtig. „Je höher die Inzidenz, desto weniger hilft das Impfen, um die Zahlen zu drücken.“

Dieses Osterfest sei noch nicht wieder so zu gestalten wie gewohnt, sagte Spahn. Dafür seien die Infektionszahlen zu hoch. Deutschland sei wahrscheinlich „im letzten Teil dieses Pandemie-Marathons“ angekommen. Das Ziel sei in Sicht, aber eben noch ein ganzes Stück weg. „Gerade im letzten Teil des Marathons wirkt nicht selten jeder weitere Schritt wie eine Tortur.“ So gehe es vielen in dieser Phase.

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