Impfstoff-Engpässe: Bayern stoppt Modellprojekt

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Politisches Versagen will er dabei niemandem vorwerfen: Man müsse sich das politisch intendierte Ziel der Modellprojekte vor Augen halten – und das sei die generelle Erhöhung der Impfquote, „also Menschen zu erreichen, die die bestehenden Angebote bislang nicht wahrgenommen haben. Vor dieser Situation stehen wir aktuell aber nicht.“ Stattdessen sei gerade ein „Vorzieheffekt“ zu beobachten: Nicht zuletzt aufgrund der Aufforderung der Politik an die Bevölkerung, sich besonders in diesem Jahr impfen zu lassen, sei die Nachfrage höher als sonst. „Die Impfstoffe kommen sukzessive wie jedes Jahr, aber die Menschen kommen schon früher. In den vergangenen Jahren waren nach jeder Grippesaison noch Impfstoffe übrig. Dieses Jahr sieht die Situation aber ganz anders aus.“ Ganz abgesagt ist das Projekt nicht, es könne anlaufen, wenn sich die Versorgungslage entspannt – ob und wann das sein wird, kann aber auch der BAV noch nicht wissen.

Dem Verband in Nordrhein geht es da nicht viel besser. Auch dort kann das neue Angebot von Grippeschutzimpfungen in der Apotheke „nicht in vollem Umfang stattfinden“, wie der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) vergangene Woche mitteilte. Dabei sei das Angebot bisher von den Versicherten sehr gut angenommen worden. „Täglich melden sich hunderte Versicherte an der Hotline der AOK Rheinland/Hamburg und beim Apothekerverband, um sich über impfende Apotheken zu informieren. Diese äußerst positive Resonanz freut uns sehr“, so Verbandschef Thomas Preis.

Und selbst wenn Apotheken noch an Impfstoff kommen, stellt sich die Frage, wie sie damit umgehen sollen. „Wenn rundherum alle Ärzte nicht mehr impfen können, weil sie kein Impfstoff mehr haben, und ich habe etwas zurückgelegt und fange jetzt an, dann tut das dem Verhältnis vielleicht nicht so gut, selbst wenn es ein entspanntes ist. Das muss man bedenken, finde ich“, wendet Verbandsvize Doris Schönwald ein. Der Verband hat deshalb Konsequenzen gezogen und will das Projekt im Moment nicht mehr aktiv bewerben. „Die Bewerbung der aufgrund des Impfstoffmangels nur in wenigen Apotheken stattfindenden Impfungen überlassen AOK und Verband daher aktuell den teilnehmenden Apotheken vor Ort“, so der Verband. Eine Liste aller teilnehmenden Apotheken werde man erst veröffentlichen, wenn wieder ausreichend Grippeimpfstoff zur Verfügung stehe.

 

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