Spitzenkandidatur

Hennrich: Spahn oder Söder ins Kanzleramt

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Berlin -

Gerade erst hat die CDU auf ihrem Parteitag die Entscheidung über die offene K-Frage, die Kanzlerkandidatur, umschifft: Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) bleibt als Parteivorsitzende im Rennen. Aber die Diskussion kommt nicht zur Ruhe. Arzneimittelexperte Michael Hennrich wünscht sich Jens Spahn oder CSU-Chef Markus Söder als Wahlkampflokomotive für die Union. Außerdem: Verabschiedet haben die 1001 CDU-Delegierten den Antrag zur Digitalisierung und zum E-Rezept.

Aus Hennrichs Sicht muss die Union bei der nächsten Bundestagswahl um die 30-Prozent-Marke hart kämpfen. Bei der letzten Bundestagswahl vor zwei Jahren erhielten CDU/CSU zusammen noch knapp 33 Prozent. Der Gesundheitsexperte warnte in seiner Heimatzeitung (Teckbote) daher vor allzu großen Flügelkämpfen zwischen der konservativen Werteunion und Großstadtklientel. Deutlich verjüngen will Hennrich das Personalangebot: Die CDU brauche dringend jemanden an der Spitze, der auf beide Milieus ausstrahle und neue Themen platziere. „Ich kann mir Jens Spahn oder Markus Söder gut an der Spitze vorstellen“, bleibt Hennrich auch nach dem CDU-Parteitag bei seiner Meinung.

Kramp-Karrenbauer oder Friedrich Merz sollten dem Kanzlerkandidaten zur Seite gestellt werden – Merz für Wirtschaft und AKK für Soziales. „Dann wären wir gut aufgestellt. Es wäre eine gute Linie, die wir auch nach außen verkaufen könnten“, sagte er dem Teckboten: „Schließlich muss der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.“ Mit dieser Sicht ist Hennrich nicht alleine in der Union. Man müsse nach dem angekündigten Rückzug von Angela Merkel als Kanzlerin den Generationswechsel in der politischen Verantwortung deutlich machen, heißt es in der CDU. Dafür stehe AKK nicht.

„Zwei so verrückte Jahre habe ich in 17 Jahren als Abgeordneter nicht erlebt. Es gab keine Phase, in der es ruhig war – es war turbulent“, fasste Hennrich die erste Halbzeit der Großen Koalition zusammen. Mit dem Kompromiss zur Grundrente ist er zufrieden: „Ich war überrascht, wie gut es ging“, freut sich der Politiker. Die GroKo habe „im Kern inhaltlich unheimlich viel gemacht“, es kranke jedoch bei der Außendarstellung: „Die SPD ist in die Koalition reingezwungen worden und nie warm mit ihr geworden. Wir in der Union haben uns auch schwergetan.“

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