ABDA-Wahlradar

Hennrich (CDU): Apotheker blockieren E-Rezept Lothar Klein, 05.09.2017 14:21 Uhr

Berlin - Normalerweise gehört CDU-Arzneimittelexperte Michael Hennrich zu den Unterstützern der politischen Forderungen der Apothekerschaft. Doch im ABDA-Wahlradar äußert er sich kritisch beim Thema Digitalisierung. Hennrich zeigt sich enttäuscht über die Zurückhaltung der Apotheker: Die Einführung des E-Rezepts hätten sie sogar „blockiert“. Auch CDU-Gesundheitspolitikerin Karin Maag und Annette Widmann-Mauz (beide CDU), Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), wollen bei der Digitalisierung aufs Tempo drücken.

Die Union habe bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen stark auf die Selbstverwaltung gesetzt und die „Erfahrungen damit sind leider gemischt, auch was die Apotheker angeht“, kritisiert Hennrich. Er würde sich wünschen, dass die Vernetzung zwischen Patienten, Ärzten, Apothekern, Kassen und allen weiteren Trägern von diesen selbst stärker vorangetrieben werde. Dann kommt Hennrich in der Frage seines Wahlkreisapothekers nach der Digitalisierung in den Apotheken zum Kernpunkt: „Das E-Rezept wäre meines Erachtens ein erster Schritt dazu, den die Politik gerne vorgeschrieben hätte, die Verbände haben hier aber blockiert.“ Offenbar teilt Hennrich die in der Fragestellung eingebaute Aussage nicht, dass die Apotheken bereits jetzt schon zu am weitesten digitalisierten Einrichtungen im Gesundheitswesen gehören.

Auch CDU-Gesundheitspolitikerin Karin Maag, die als Nachfolgerin für den Posten der Gesundheitspolitischen Sprecherin der neuen CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Gespräch ist, will bei der Digitalisierung aufs Tempo drücken: „Die Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen möchte ich entschlossen nutzen“, so Maag. Dabei sollten unter Einhaltung des Datenschutzes auch die Apotheken stärker einbezogen werden. Die Union wolle die elektronische Patientenakte, die alle Gesundheitsdaten des Patienten zusammenführe, rasch und flächendeckend für alle Patienten verfügbar machen. Maag: „Zudem wollen wir die Fernbehandlung erleichtern und bessere Abrechnungsmöglichkeiten für digitale Behandlungen schaffen.“

BMG-Staatssekretärin Widmann-Mauz (CDU) will die Apotheken schnell an die Telematikinfrastruktur anschließen. Ab 2018 solle der Medikationsplan zusätzlich zur Papierform auch elektronisch mit der Gesundheitskarte vorliegen, so dass es allen Beteiligten, auch den Apothekern, möglich sein werde, die Daten schnellstmöglich und einfach zu aktualisieren. Dann soll das E-Rezept folgen. Widmann-Mauz: „Wenn in den Apotheken und in den Arztpraxen die technischen Infrastrukturen vorhanden sind, ist es konsequent, dann auch die elektronischen Rezepte einzuführen.

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