Telematik

Compugroup will Apotheken anbinden Eugenie Ankowitsch, 06.11.2017 09:11 Uhr

Berlin - Zuletzt werden immer häufiger zumeist nicht näher benannte „hochrangige Mitarbeiter von Ärzteverbänden und Krankenkassen“ in den Medien zitiert, die den baldigen Tod der elektronischen Gesundheitskarte voraussagen. Alles Quatsch, sagt dagegen Oliver Bruzek, Kommunikationschef des Softwareherstellers Compugroup Medical (CGM). Der Konzern liefert den entscheidenden Baustein für das Milliardenprojekt Gesundheitskarte, den „Konnektor“. Jetzt gehe es erst richtig los. Auch Apotheker sollen „möglichst rasch“ an die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen werden.

Entsprechende Signale will Bruzek zuletzt auch seitens der Politik vernommen haben. In einem zweiten Teil des E-Health-Gesetzes soll geregelt werden, dass Ärzte und Apotheker die Kosten, die sie aufgrund der Telematikinfrastruktur haben, erstattet bekommen. Das soll Stefan Bales, Ministerialrat im Bundesgesundheitsministerium (BMG), laut einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts auf einer Fachtagung Anfang Oktober angekündigt haben. Wie viel es konkret geben soll, sagte er nicht. Bruzek wertet die Ankündigung als einen starken Hinweis darauf, dass Apotheker mittelfristig einen Zugang zur TI bekommen sollen. Seiner Auffassung nach sollen Apotheker sogar „möglichst rasch“ angebunden werden.

Die Kosten für die Basisausstattung mit Konnektor, Kartenleser, VPN-Zugangsdienst und Einweisung des Teams liegen laut Bruzek derzeit bei rund 3600 Euro. Zu der einmaligen Zahlung kommt eine von ihm nicht näher bezifferte Monatsgebühr dazu. Bei Medizinern würden alle Kosten von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen, sagt er. Ob Apotheker die Kosten ebenfalls erstattet bekommen, müsste der Gesetzgeber entscheiden.

Dabei häuften sich zuletzt die Stimmen, die mehr oder weniger laut das Ende des Milliardenprojektes verkündeten. Längst gehen die großen Player auf dem Gesundheitsmarkt ihre eigenen Wege, um das digitale Zeitalter nicht völlig zu verschlafen. So bauen die Kassenärzte in Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Universitätsklinikum UKSH die Telematikplattform „MedNetNord“ auf. Mit der Zeit soll die Plattform für andere Krankenhäuser und Heilberufe wie Apotheker geöffnet werden.

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