Gesundheitswesen

Chefsache ist Männersache Lothar Klein, 08.03.2018 10:26 Uhr

Berlin - Macht ist Männersache. Obwohl in der Gesundheitswirtschaft der Frauenanteil klar überwiegt, gilt dieses Prinzip immer noch für die Führungspositionen in den meisten Heilberufen und bei den Krankenkassen. Nach einer Erhebung der Bundesregierung sind Frauen im höheren Management deutlich unterrepräsentiert. Das gilt auch für die Apothekerschaft.

In einer kleinen Anfrage hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sich nach der Gleichberechtigung im Gesundheitswesen erkundigt. Die Bundesregierung hat gründlich recherchiert: Danach liegt der Frauenanteil unter allen Beschäftigten der gesetzlichen Krankenkassen und ihrer Verbände zwar bei bis zu 71 Prozent. In den Vorständen und in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes der Kassen und Verbände sowie in den Verwaltungsräten der Krankenkassen sind Frauen jedoch klar in der Minderheit.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegt den Angaben zufolge der Frauenanteil in den Vorständen bei 11,1 Prozent, bei den Ersatzkassen sind es 7,7 Prozent, bei den Betriebskrankenkassen (BKK) immerhin 20,9 Prozent. Die Innungskrankenkassen halten die rote Laterne: hier gibt es keine Frau im Vorstand.

In der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes der Krankenkassen kommen Frauen bei der AOK auf einen Anteil von 25,2 Prozent, bei den Ersatzkassen sind es 17,2 Prozent, bei der BKK 29,2 Prozent und bei den IKK 23,7 Prozent. In den Verwaltungsräten der Krankenkassen liegt der Frauenanteil zwischen 10,1 Prozent (IKK) und 36,3 Prozent (Ersatzkassen).

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