Bewerbungsgespräche

PTA: Eine Person. Ein Job. Zwei Gehälter. Eugenie Ankowitsch, 08.03.2018 10:07 Uhr

Berlin - Iris, 51 Jahre alt, hat sich als PTA in einer Apotheke beworben. Das Vorstellungsgespräch lief gut. Dennoch versucht sie es noch einmal – diesmal als Mann namens Dirk. Das Ergebnis: In allen sechs Apotheken, in denen Iris und Dirk vorstellig wurden, wurde dem Mann ein höheres Gehalt angeboten. Das ergab ein Experiment der Organisation Terre des Femmes, die sich für Frauenrechte einsetzt. Dabei fiel der Gehaltsunterschied bei der PTA allerdings bei Weitem nicht so deutlich wie bei den Bewerbern der anderen Branchen aus.

Drei Transgender-Personen bewerben sich mit derselben Qualifikation für denselben Job – jeweils einmal als Frau, einmal als Mann. Das Ergebnis: In jedem Fall wird der sich als Frau bewerbenden Person weniger Gehalt geboten, zum Teil deutlich weniger. Mit diesem Experiment will Terre des Femmes darauf aufmerksam machen, dass Frauen für die gleiche Arbeit häufig weniger Lohn bekommen als ihre männlichen Kollegen.

Die Organisation hat dafür drei Personen in Bewerbungsgespräche geschickt, die Vorbereitungen begleitet und die Gespräche mit versteckter Kamera filmen lassen. Der Clou: Alle drei bewarben sich einmal als Mann und einmal als Frau um die gleiche Stelle. Iris stellte sich auch als Dirk vor, Oliver auch als Olivia und Leni trat einmal als Anna-Lena und einmal als Leo auf.

Alle drei seien keine Schauspieler und in beiden Geschlechterrollen authentisch und echt, so die Organisation. Die drei Transgender-Persönlichkeiten würden auch im Alltag zwischen den Gender-Rollen wechseln und stellten beide Rollen realistisch dar: Oliver Z., der im Alltag zwar als Mann auftritt, aber sich auch als Frau nicht verkleidet fühlt. Leni W., die es gewohnt ist, im Alltag beide Geschlechterrollen zu leben. Iris P., die in der Öffentlichkeit als Frau und ihrer Familie gegenüber als Mann auftritt.

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