Weltfrauentag

Frauen in der Wissenschaft: Was wir ihnen zu verdanken haben Deniz Cicek-Görkem, 08.03.2018 08:53 Uhr

Berlin - Wenn es um große Leistungen in der Pharmazie sowie Forschung und Entwicklung geht, fallen oft Namen wie Alexander Fleming, Friedrich Sertürner und Alois Alzheimer. Selten ist die Rede von Frauen. Der heutige Weltfrauentag kann deshalb als Anlass genommen werden zu fragen: Was haben Frauen in der Wissenschaft bewegt?

Bakterielle Infektionen bekämpfen? Zum Glück hat Alexander Fleming zusammen mit seinen Kollegen Howard W. Florey und Ernst Boris Chain das bakterizide Penicillin entdeckt und dafür auch den Nobelpreis bekommen. Ohne die Entdeckung des Morphins von Apotheker Friedrich Sertürner wären viele Betäubungsmitteltresore in Apotheken leer. Gerhard Domagk dürfte für viele auch ein Begriff sein, denn er führte die Sulfonamide in die Chemotherapie ein. Die Fischer-Projektion in der Zuckerchemie, benannt nach Emil Fischer, und auch Paul Ehrlich kennt jeder.

Doch auch Wissenschaftlerinnen leisteten und leisten immer noch einen bedeutenden Beitrag zur Forschung – auch wenn ihre Namen in Lehrbüchern seltener erwähnt werden. So geht beispielsweise die Erfindung von Aciclovir auf die Biochemikerin Gertrude Belle Elion zurück. Das Mittel ist heute aus der Therapie des Herpes-simplex-1 nicht wegzudenken. Weiterhin entwickelte sie gemeinsam mit George Herbert Hitchings unter anderem das Gichttherapeutikum Allopurinol sowie das Immunsuppressivum Azathioprin. Zusammen mit ihren Kollegen erhielt Elion 1988 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Eine weitere Wissenschaftlerin, deren Arbeit auch mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde, ist die chinesische Pharmazeutin Youyou Tu. Als sie im Alter von 16 Jahren an Tuberkulose litt, musste sie das Pharmaziestudium für zwei Jahre pausieren. Diese Erfahrung hat sie dazu gebracht, sich für eine Karrierer in der medizinische Forschung zu entscheiden. Mit Erfolg: Tu isolierte den zur Behandlung der Malaria eingesetzten sekundären Pflanzenstoff Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß (Artemisia annua) und half so vielen Malaria-Patienten.

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