Inhaber kämpft für freies CBD

CBD-Gras: Einzelhändler verurteilt – aber straffrei

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Auch das Gericht führt im Urteil selbst aus, wie ernst zu nehmen das Potenzial von Pietschs Ware für den Freizeitkonsum ist: „Eine orale Aufnahme durch Rauchen bis zur Auslösung eines Berauschungszustands ist nur sehr geübten Rauchern möglich, da Material in der Größenordnung von 10 bis 20 Zigaretten in kurzer Zeit geraucht werden müsste, was zu einer hohen Beanspruchung der Lunge führt.“

Dass es zumindest abwegig ist. sich mit CBD-Blüten zu berauschen, hält Pietsch deshalb für abwegig. „Das waren keine Freizeitkonsumenten, die da kamen, sondern solche, die Leiden damit kurieren wollen“, sagt er. Ihm gehe es nicht darum, Rauschmittel zu verkaufen, sondern Patienten die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen des gesetzlich erlaubten Rahmens Zugang zu Cannabisprodukten zu verschaffen. „Der Angeklagte ist davon überzeugt, dass CBD-Cannabis eine gesundheitsfördernde Wirkung bei vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern entfaltet und es ist ihm ein Herzensanliegen, anderen Menschen CBD zur Linderung ihrer Leiden verfügbar zu machen“, erkannte entsprechend auch das Gericht an. Und damit war er offensichtlich nicht allein: „Mehrere Ärzte, Apotheker und Heilpraktiker aus der Region Freiburg und Lahr empfehlen die Hanfgeschäfte des Angeklagten ihren Kunden, um CBD-Produkte zu Gesundheitszwecken zu erwerben.“ Er weise darüber hinaus im Kundenkontakt stets darauf hin, dass er selbst keine medizinische Beratung leisten könne und dürfe.

„Ich habe das von Anfang an mit äußerster Sorgfalt und Seriosität angegangen und Ich sage Kunden oft, dass sie für CBD lieber einen Arzt ansprechen sollen, statt bei mir so viel Geld dafür auszugeben“, erzählt der 36-Jährige. Doch das scheitere eben oft an Vorbehalten unter den Ärzten oder an der Ablehnung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherrungen. „Es sind genau diese Menschen, die zu uns kommen und das regt mich auf.“ Er kämpfe dabei gar nicht für eine umfassende Freigabe von Cannabis. „Bei THC kann ich die Abwehrreaktion sogar nachvollziehen, da ist die Situation aber auch diffiziler.“ Wobei er auch dessen therapeutische Anwendung aus erster Hand kennt: Für sein Bronchialasthma erhält er Cannabis auf Rezept.

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