„Ich erwarte, dass der CBD-Kosmetikmarkt nun boomen wird“

EU setzt CBD auf Kosmetikliste

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Berlin - Die bislang unübersichtliche und umstrittene Rechtslage bezüglich der Zulässigkeit von CBD-Produkten ist etwas klarer geworden: Die EU-Kommission hat natürlich extrahiertes CBD in die sogenannte Cosing-Datenbank aufgenommen, auf der die in der EU für den Gebrauch in Kosmetika zugelassenen Inhaltsstoffe stehen.

Schritt für Schritt revidiert die EU ihre Sicht auf Cannabis und dessen Inhaltsstoff CBD. Nach dem wegweisenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), der CBD explizit nicht als Betäubungsmittel einstuft, hat der Europäische Hanfverband EIHA bei der Kommission nachgebohrt: Da das nun höchstrichterlich beschieden sei, gebe es auch keine rechtlichen Unsicherheiten mehr bei der Verwendung von CBD in Kosmetika. Der Inhaltsstoff könne deshalb in die Cosing-Datenbank gesetzt werden. Die wird von der Kommission betrieben und enthält mehrere zehntausend Inhaltsstoffe, die in Kosmetika verarbeitet werden dürfen, samt Identifikatoren und zugeschriebenen Wirkungen.

Zu diesen Wirkungen gehören nun laut Cosing-Datenbank „Hautpflege“ (skin conditioning), Schutz der Haut (skin protecting), Antioxidantien (antioxidant) sowie eine talgmindernde Wirkung (anti-sebum). Beim Branchenverband Pro CBD geht man davon aus, dass dadurch – ähnlich wie bei der Health-Claims-Verordnung der EU – die Werbung für CBD-Kosmetika mit diesen Eigenschaften rechtssicher ist – und dass das erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben wird. „Ich erwarte, dass der CBD-Kosmetikmarkt nun boomen wird. Auch für große Kosmetikkonzerne, die aus Gründen der rechtlichen Unsicherheit bisher Vorbehalte hatten, ist das ein Türöffner“, sagt der Pro-CBD-Vorsitzende Finn Hänsel. „Das ist für Industrie und Apotheken gleichermaßen ein wichtiges Signal, dass es künftig überhaupt kein Problem mehr darstellt, CBD in Kosmetikprodukten zu verwenden.“

Hänsel verweist darauf, dass der Einsatz von natürlich extrahiertem CBD insbesondere für qualitativ hochwertige Dermakosmetika, wie sie meist in Apotheken zu finden sind, von großem Interesse ist. CBD war auch zuvor bereits in der Cosing-Datenbank gelistet, allerdings nur in synthetisch hergestellter Form sowie aus bestimmten Pflanzenteilen extrahiert. Hänsel zufolge werde die neue Listung auch die Herstellungskosten hochwertiger CBD-Kosmetika verringern und somit attraktivere Endverbraucherpreise ermöglichen.

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