Aut idem

Gelbe Karte für Bremer Ärzte Julia Pradel, 22.07.2014 09:33 Uhr

Berlin - Zu oft gekreuzt: In Bremen stehen Ärzte unter dem Verdacht, systematisch die Substitution von Verordnungen ausgeschlossen zu haben. Einige Ärzte sollen ausnahmslos jede Rezeptzeile mit einem Aut-idem-Kreuz versehen haben – selbst wenn kein Medikament verordnet wurde. Nun prüfen die Krankenkassen die Praxen.

Zahlen des Marktforschungsunternehmens IMS Health hatten gezeigt, dass die Vertragsärzte in Bremen bei fast 21 Prozent der Verordnungen das Aut-idem-Kreuz setzten. Das ist die höchste Quote in Deutschland, die im Durchschnitt bei 12 Prozent liegt. Das Problem: Einige Ärzte scheinen das Kreuz standardmäßig genutzt zu haben.

37 Praxen sollen zwischen 75 und 100 Prozent ihre Rezepte mit Aut-idem-Kreuzen versehen haben – darunter auch Rezeptzeilen, in denen kein Präparat verordnet war. Weitere 33 Praxen sollen bei mindestens jeder zweiten Verordnung die Substitution ausgeschlossen haben, 88 Praxen in mehr als einem Viertel der Fälle. Dies geht aus Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (KVHB) hervor.

KVHB-Chef Dr. Jörg Hermann sieht unterschiedliche Gründe: „Manche haben das leichtfertig automatisiert“, erklärt er. Das sei nicht die hohe Schule. Man könne sich in den verschiedenen Systemen Listen mit den Arzneimitteln anlegen, die man immer wieder verordne. Wenn in dieser Liste einmal ein Kreuz gesetzt sei, werde es auch bei allen weiteren Verordnungen gesetzt, so die Erkläru

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