Bottrop: Betroffene wollen Apothekenaufsicht verklagen

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Berlin - Opfer des Bottroper Apothekerskandals haben angekündigt, dass sie den Kreis Recklinghausen in Regress nehmen wollen. Denn der gemeinsamen Apothekenaufsicht der Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Recklinghausen geben sie eine Mitschuld an den Ereignissen. Der Kreis weist die Vorwürfe zurück.

Die gemeinsame Apothekenaufsicht ist bald Geschichte, doch die Stadt Recklinghausen könnte sie noch eine Weile verfolgen. Opfervertreter im Skandal um den Bottroper Apotheker Peter Stadtmann, der über Jahre Zytostatika gestreckt hatte, haben angekündigt, den Kreis in Regress nehmen zu wollen. Die nach ihrer Sicht mangelhaften Kontrollen hätten dazu beigetragen, dass Stadtmann jahrelang ungehindert Krebsmedikamente unterdosieren konnte, um sich daran zu bereichern.

In Recklinghausen hält man die Vorwürfe dagegen für unberechtigt. Es habe weder Pflichtverletzungen noch ein organisatorisches Verschulden gegeben, zitiert die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) Dr. Ulrike Horacek, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes. Weder das Ziehen von Proben der im Sterillabor zubereiteten Zytostatika, noch der Blick in die Bücher und Bilanzen gehöre zu den Befugnissen der Behörde. Bei den Ermittlungen in dem Fall waren auch Diskrepanzen beim Ein- und Verkauf aufgefallen.

Dennoch hatten die Städte Bottrop, Gelsenkirchen und der Kreis Recklinghausen bereits im Juni eingestanden, dass die bisherige Apothekenaufsicht nicht zur genüge funktioniert hat. Bisher war dort eine Amtsapothekerin für rund 250 Apotheken zuständig. „Beim Skandal um die Alte Apotheke hat sich gezeigt, dass das nicht hinreichend ist“, so ein Sprecher der Stadt Bottrop damals. Die Zusammenarbeit wird derzeit abgewickelt, ab Anfang 2019 soll jeweils ein Amtsapotheker für die drei Gebiete zuständig sein.

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