Bitkom: Höheres Tempo bei Digitalisierung

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Berlin -

Am Donnerstag wollen die Jamaika-Unterhändler erneut über die Gesundheitspolitik der kommenden vier Jahre verhandeln. Bitkom, der Digitalverband Deutschlands, fordert von Union, FDP und Grünen eine neue Strategie zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen: „Es fehlt an Geschwindigkeit und einer Strategie, um intersektorale Kommunikation langfristig zu ermöglichen. Ein weiteres Problem sind nicht in ausreichendem Maße bereitgestellte Ressourcen für die zur Vernetzung notwendigen Investitionen“, kritisiert Bitkom-Gesundheitsexpertin Julia Hagen.

Die Gesundheit habe in der deutschen Gesellschaft einen außerordentlich hohen Stellenwert. „Die Digitalisierung birgt im Gesundheitsbereich große Chancen für die Prävention, Diagnose und Heilung von Krankheiten. Digitale Versorgungsangebote wie beispielsweise das Tele-Monitoring können zudem Arzt und Patient entlasten und Kosten im Gesundheitssystem senken“, so Hagen weiter. Mit dem E-Health-Gesetz sei ein bereits ein wichtiger Grundstein für die Digitalisierung gelegt. Bis heute seien aber noch nicht alle Akteure im Gesundheitswesen in ausreichendem Maße vernetzt, um eine integrierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen – insbesondere im Pflegesektor besteht hier noch großes Potenzial.

Die Unternehmen im Bereich E-Health seien äußerst innovativ und wiesen eine hohe Dynamik auf. Hagen: „Es fehlt jedoch an Innovationsfreundlichkeit innerhalb des Gesundheitswesens, sodass neue Anwendungen – auch etablierte Verfahren wie Telemonitoring – noch nicht in die Regelversorgung Einzug erhalten haben.“ Der Branchenverband fordert dazu eine neue Struktur für die Gematik. Die Dominanz von Krankenkassen, Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern verhindere rasche Fortschritte.

„Auf Basis der gemeinsamen Infrastruktur sollte die elektronische Patientenakte (ePA) zügig umgesetzt werden. Dabei sollte zwingend eine Orientierung an internationalen Standards erfolgen. Die ePA sollte als Grundlage für die Entwicklung weiterer Mehrwertanwendungen auf der Telematikinfrastruktur gesehen und mit höchster Priorität als zentrales Dokumentationsinstrument etabliert werden – auch für die Forschung“, so die Forderung der Bitkom-Expertin an die Politik.

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