Barmer gegen „pauschale finanzielle Hilfen“

Apothekensterben: „Kein Grund für Alarmismus“

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Berlin -

Anlässlich der heutigen Beratung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Bundestag trommeln die Kassen erneut gegen eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Apotheken. Die Barmer in Sachsen holt dafür noch einmal die Berechnungen der Kasse aus der Schublade. Demnach würden 95 Prozent der sächsischen Bevölkerung eine Apotheke innerhalb von sechs Kilometern erreichen, 74 Prozent sogar innerhalb von zwei Kilometern – also „kein Grund für Alarmismus“, heißt es.

Wie die Barmer mitteilt, sichern aktuell 885 Apotheken die Arzneimittelversorgung im Freistaat.* Demnach beträgt die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Apotheke im Land 1,6 Kilometer, also ähnlich wie der bundesweite Schnitt mit 1,5 Kilometern.

Deutschlandkarte mit den Entfernungen zur nächsten Apotheke laut Barmer-Geodatenanalyse
Quelle: Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg) Screenshot Barmer.de, Daten: bifg

„Die Apothekenversorgung in Sachsen ist grundsätzlich gut und erreichbar aufgestellt. Pauschale finanzielle Hilfen sind daher nicht gerechtfertigt, besonders wenn sie von Beitragszahlern finanziert werden“, meint daher Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen. „Die Analyse zeigt, dass der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung in Sachsen wohnortnah Zugang zu einer Apotheke hat. Vor diesem Hintergrund sind die in den Debatten über Apothekenschließungen geäußerten Ängste und Sorgen derzeit unbegründet.“

Vor allem in den sächsischen Städten könne nicht von einem Apothekensterben die Rede sein, aufgeführt werden hier die drei mit Abstand größten im Land – Leipzig, Dresden und Chemnitz. „Aber auch in ländlichen Regionen müssten weniger als 14 Prozent der Bevölkerung eine Strecke von über sechs Kilometern zurücklegen“, heißt es weiter. Auch für Menschen ab 65 Jahren liege die durchschnittliche Entfernung sachsenweit ebenfalls bei rund 1,5 Kilometern.

„Politische Unterstützungsmaßnahmen für Apotheken sollten jedoch nicht pauschal, sondern, wenn erforderlich, dann zielgerichtet erfolgen – also nur dort, wo es tatsächlich Versorgungslücken gibt“, fordert Beutmann. Zudem spricht die Barmer in ihrer Meldung auch die stärker werdenden Versender an: „Das verändert den Markt und wirkt sich spürbar auf die wirtschaftliche Lage der Vor‑Ort‑Apotheken aus. Diese Entwicklung ist jedoch kein Grund für Alarmismus, sondern Anlass für eine sachliche Debatte darüber, wie eine moderne, bedarfsgerechte Apothekenversorgung in Stadt und Land sinnvoll gestaltet werden kann.“

* Laut Sächsischer Landesapothekerkammer (SLAK) gab es Ende März einen Stand von 864 Apotheken.

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