Hilfsmittel zum Verbrauch

40 Euro: Groeneveld wirbt für Pflegehilfsmittel APOTHEKE ADHOC, 07.09.2018 17:09 Uhr

Berlin - Pflegebedürftige haben einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel zum Verbrauch. 40 Euro pro Monat zahlt die Pflegekasse. Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), rührt für die Produkte die Werbetrommel und ruft Angehörige auf, die Möglichkeit stärker zu nutzen.

Dass pflegende Angehörige nach Sozialgesetzbuch (SGB V) einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel haben, sei nicht jedem von ihnen bewusst oder sie würden diesen nicht immer geltend machen, so Groeneveld. Dabei sei das Vorgehen simpel: „Ein Rezept ist nicht erforderlich. Die Apotheke um die Ecke hilft beim Ausfüllen des Antrags für die Pflegekasse und übernimmt auch gerne die monatliche Versorgung.“ Es sei ein „Gebot der Fairness“, die pflegenden Angehörigen auf die gesetzlichen Leistungen hinzuweisen. „Wer seine Zeit dafür einsetzt, seine Mutter oder seinen Opa zu pflegen, der sollte wenigstens nicht unnötig finanziell belastet werden.“

„Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe, Mundschutz oder Desinfektionsmittel können die Pflege zu Hause erheblich erleichtern“, sagt Groeneveld. Der monatliche Betrag wurde im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes von 31 auf 40 Euro angehoben. Der Pflegehilfsmittelvertrag wurde zwischen dem DAV und dem GKV-Spitzenverband vereinbart.

Tatsächlich verursacht die Abgabe von Pflegehilfsmitteln in der Apotheke einen erheblichen Aufwand – bei überschaubarem Ertrag. Während einige Kunden dankbar für den Service der Apotheke sind, missbrauchen andere die Leistung. Der Gesetzgeber versucht dies zu unterbinden und findet in der Empfangsbestätigung nach Anlage 2 klare Worte: „Ich darf die überlassenen Pflegehilfsmittel keinem Dritten verleihen, übereignen oder verpfänden. Ich bin darüber aufgeklärt worden, dass die Pflegekasse die Kosten nur für solche Pflegehilfsmittel und in dem finanziellen Umfang übernimmt, für die ich eine Kostenübernahmeerklärung durch die Pflegekasse erhalten habe. Kosten für eventuell darüber hinausgehende Leistungen sind von mir selbst zu tragen.“ Dennoch werden immer wieder Kosmetikartikel statt Pflegehilfsmittel gefordert oder versucht, in mehreren Apotheken die Produkte zu erschleichen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Mobiles Couponing

Kein „Eckes-Edelkirsch-Effekt“ für Apotheken»

Drogerieketten

Neues von Tetesept: Depot-, Kompakt- und Minitablette»

Diätmittelhersteller

Verfahren gegen Almased-Chef eingestellt»
Politik

GKV-Spitzenverband

eRezept: BMG schon einmal gescheitert»

Digitalisierung

Psychotherapeuten warnen vor App-Flut»

Westfalen-Lippe

eMedikationsplan: Test startet im Januar  »
Internationales

Wahlkampf in Großbritannien

Corbyn: „Johnson verkauft den NHS an Big Pharma“»

Großbritannien

Ärztemangel: NHS sieht Patienten in Gefahr»

Liberales Dispensierrecht gefordert

Ärzte: „Apotheken-Krise auf dem Land“»
Pharmazie

SSRi/SNRI

Antidepressiva: Neue Warnhinweise»

Arzneimittelfälschungen

Xarelto: Weitere gefälschte Chargen bestätigt»

Sinkende Verordnungszahlen

Antibiotikaverbrauch: Info-Kampagnen zeigen Wirkung»
Panorama

ZDF dreht Thriller in Apotheke

Wenn die Offizin zur Filmkulisse wird»

Prozess wird fortgesetzt

Rezeptfälscher gegen Auflage aus U-Haft entlassen»

Tierseuchen

Schweinepest: Weitere 18 Fälle nahe der deutschen Grenze»
Apothekenpraxis

OTC-Verkauf über Plattform

OLG: Amazon wertet Gesundheitsdaten aus»

Pillpack

Nächster Schritt: „Amazon Pharmacy“»

Lieferengpass

Gardasil: Außendienst empfiehlt Versandapotheken»
PTA Live

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin D: Aus dem Mangel in die Überdosierung»

Veterinärmedizin

Tierische Hausapotheke: Alles für Hund & Katz»

Bewährungsstrafe für PTA

Jahrelang aus der Kasse bedient: PTA verurteilt»
Erkältungs-Tipps

Übertragungswege

Verbreitung von Krankheitserregern»

Husten bei Kindern

Pseudokrupp: Lebensbedrohliche Atemnot»

Heilpflanzenporträt

Echinacea: Die Erkältungspflanze»
Magen-Darm & Co.

Pro-, Prä-und Synbiotika

Nahrung für die Darmflora»

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»