1,2 Millionen Dosen: Bund bunkert Biontech

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Berlin - Apotheken und Arztpraxen haben in diesen Tagen wieder mit Kürzungen beim Corona-Impfstoff von Biontech zu kämpfen. Vielerorts wurden die Erstimpfungen komplett gestrichen, regional gab es gar Probleme bei der Auslieferung der Vials für die Zweitimpfungen. Gleichzeitig hält der Bund laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ 1,2 Millionen Dosen zurück – nach eigenen Angaben, um Zweitimpfungen im Juni sicherzustellen. Der Deutsche Hausärzteverband hat dafür kein Verständnis.

5,13 Millionen Dosen hat Biontech für die vergangene Woche an den Bund geliefert – das Bundesgesundheitsministerium (BMG) stellte für Impfzentren und Arztpraxen aber nur 3,92 Millionen Dosen zur Verfügung. Noch größer war das Missverhältnis, wenn man sich nur die Praxen anschaut – denn die Kürzung ging größtenteils zu ihren Lasten: Ursprünglich hatte das BMG 3,3 Millionen Dosen angekündigt, letztlich waren es nur 2,2 Millionen. Den Impfzentren waren demgegenüber 75.000 Dosen gekürzt worden.

Das Timing für massive Kürzungen könnte schlechter kaum sein: Am Montag ist die Priorisierung gefallen, die Praxen befürchten einen Ansturm. Zeitgleich wurde der Biontech-Impfstoff auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen – eine weitere Gruppe mit bis zu 5 Millionen potenziell Impfwilligen kommt allzu hinzu. Außerdem läuft die Belieferung der Betriebsärzt:innen an, auch hier wird großer Bedarf erwartet. Gleichzeitig stehen Millionen Zweitimpfungen mit Comirnaty an.

Genau für die hat das BMG nun über eine Million Dosen beiseitegelegt. „Aufgabe des BMG ist es, die Mengen in den Arztpraxen so zu steuern, dass der Bedarf für Zweitimpfungen zu jedem Zeitpunkt gedeckt werden kann“, erklärt das Ministerium gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Denn in den kommenden drei Wochen würden überproportional viele Zweitimpfungen anstehen, deren Durchführung so gewährleistet werde. Der Bedarf an Zweitimpfungen müsse laut BMG „zwingend deutlich niedriger sein als die Gesamtmenge, die durch das BMG in das Regelsystem überführt wird“.

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