Impfung ab 12 Jahren: Pro und Contra

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Berlin - Biontech hat für Comirnaty die Zulassungserweiterung ab 12 Jahren erhalten. Damit können Kinderärzt:innen fortan besonders gefährdete Patient:innen innerhalb dieser Altersklasse impfen. Doch eine pauschalisierte Impfung für alle Kinder werde es eher nicht geben, erläutern Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Zudem sei die Aufhebung der Priorisierung kein Impfversprechen.

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können mit Comirnaty (Biontech) geimpft werden. Doch eine generelle Impfung für alle soll es laut Dr. Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, nicht geben. Auch Professor Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender Universitätsklinik Münster (UKM), und Professor Dr. Heymut Omran, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKM, verweisen darauf, dass es bei jedem Patient/jeder Patientin weiterhin eine Nutzen-Risiko-Abwägung geben wird.

Zudem sei die Aufhebung der Priorisierung leicht missverständlich – es handele sich nicht um ein Impfversprechen, jeder Arzt und jede Ärztin würden weiterhin ihre Patient:innen priorisieren. Solange der Impfstoff nicht uneingeschränkt verfügbar sei, müssten die Kolleg:innen weiterhin priorisieren. Zudem müsse bedacht werden, dass es durch die Zulassungserweiterung keinen zusätzlichen Impfstoff gibt – die Kinder, die jetzt immunisiert werden, werden mit Dosen aus dem allgemeinen Imfpstoffkontingent versorgt.

Es dürfe nicht dazu kommen, dass Ärzt:innen auf Druck der Eltern impfen. Vielmehr sollte sich im Dialog mit Eltern, Kindern und Ärzt:innen für oder gegen eine Immunisierung entschieden werden. Bislang haben sich rund 350.000 Kinder mit Corona infiziert. Darunter seien auch schwere Verläufe, berichten die Mediziner. Doch bei fast allen Betroffenen lagen Begleiterkrankungen vor; die meisten Kinder mit schweren Covid-Verläufen hätten sogar mehrere Vorerkrankungen gehabt. Erkrankungen, die das Risiko eines schweren Verlaufs erhöhen, sind bei Kindern ähnlich denen bei Erwachsenen: So gehört beispielsweise Trisomie-21 zu den Leiden, die das Risiko für einen schweren Verlauf aufgrund der Vorschädigung der Gefäße und anderen Faktoren erhöhen. „Diese Eltern warten auch bereits darauf, ihre Kinder impfen zu lassen. Hier kommen die Familien aktiv auf die Praxis zu“, berichtet Omran. Bei vielen anderen Grunderkrankungen sei noch nicht klar, ob es zu schweren Verläufen kommen könnte.

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