Vor neuer Corona-Welle: Propofol in großen Abfüllungen

, Uhr

Berlin - Die erste Welle der Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass es bei einem weiteren Anstieg der Patientenzahlen mit Vollauslastung der Intensivstationen zu einer Verknappung des Injektionsnarkotikums Propofol hätte kommen können. Um diese Nichtverfügbarkeit zu vermeiden, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Abfüllung von Propofol 2 Prozent in Gebinden bis zu 100 ml erlaubt.

Um die verfügbare Wirkstoffmenge im Falle eines zweiten Corona-Ausbruchs schnell zu erhöhen, hat das BfArM die Produktion und Abfüllung von Propofol in 100-ml-Gebinden befristet erlaubt. Vorerst soll diese Ausnahmeregelung bis Ende des Jahres gelten, die Frist kann bei Bedarf verlängert werden. Das heißt, die Hersteller können aktuell von den geltenden Zulassungen abweichen. Wenn es für die Nutzen-Risiko-Bewertung für die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln erforderlich ist, kann die zuständige Bundesoberbehörde im Einzelfall befristet von bestimmten Zulassungsvorschriften des Arzneimittelgesetzes (AMG) abweichen. Dieses Vorgehen ist durch die am 27. Mai in Kraft getretene Medizinischer Bedarf Versorgungssicherstellungsverordnung (MedBVSV) möglich.

Unter folgenden Bedingungen dürfen Propofol-haltige Emulsionen in 100-ml-Durchstechflaschen aktuell verwendet werden:

  • Die Emulsion wird unmittelbar nach Anbruch in zwei 50-ml-Pumpen-Spritzen aufgezogen – der Vorgang sollte unter aseptischen Bedingungen erfolgen.
  • Der Bereich in dem gearbeitet wird ist vom hygienebeauftragten Arzt festzulegen.
  • Das Aufziehen der Spritzen mit derselben Aufziehkanüle, um den Gummistopfen der Flasche nur einmal durchstechen zu müssen.
  • Spritzen werden unmittelbar nach dem Befüllen aseptisch verschlossen. Die Kennzeichnung besteht mindestens aus Stoffnamen, Datum und Uhrzeit. Die Verwendung ist ausnahmsweise bei zwei unterschiedlichen Patienten möglich. Angebrochene Flaschen müssen innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden.

Die Inhalte der Fachinformationen der betroffenen Arzneimittel gelten unverändert fort. Neu ist die erlaubte Aufteilung des Flascheninhalts auf zwei Patienten. Das Volumen von 100 ml ist ausschließlich für den Klinikmarkt vorgesehen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Mehr zum Thema

Chefin sammelt Papiertüten
Apotheken-Sticker statt Rewe und Zara »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Verschließbare Box mit App-Kontakt
Botendienst mit Fernsteuerung»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»