Resistenz durch Nanosilber

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Berlin -

Silberhaltige Nanopartikel, die in vielen Alltagsgegenständen enthalten sind, können die Resistenzbildung von Bakterien gegen Antibiotika begünstigen. Studien zeigen nicht nur, dass die Erreger gegen das Silber selbst resistent werden können. Es gibt Hinweise, dass das Metall selektive Anpassungsprozesse in Mikroorganismen provozieren kann, berichtet der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in einer Untersuchung zu den Risiken von Nanosilber.

Außerdem könnten die Nanopartikel der Umwelt und der Gesundheit schaden, so der BUND. In Tierversuchen wurden beispielsweise Schäden an Lungen-, Nerven- und Leberzellen nachgewiesen. Weitere Untersuchungen an Pflanzen und Bakterien zeigten, dass die Silberpartikel das Erbgut schädigen können. Wegen ihrer geringen Größe können Nanopartikel nicht nur in Zellen eindringen, sondern auch die Blut-Hirn- sowie die Plazentaschranke überwinden.

Der BUND empfiehlt Verbrauchern, Produkte mit Nanosilber zu meiden, und verlangt eine deutliche Kennzeichnung entsprechender Artikel. Solange die Risiken für Umwelt und Gesundheit ungeklärt sind, sollte die Bundesregierung ein Vermarktungsverbot für Nanosilber-Produkte verhänge, forderte der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des BUND, Professor Dr. Wilfried Kühling.

Wegen der keimtötenden Wirkung wird Nanosilber verschiedensten Produkten zugesetzt. So zum Beispiel Socken und Unterwäsche, Zahnbürsten und Kosmetika, Farben und Verpackungen. Auch einige Medizinprodukte sowie Wundauflagen enthalten silberhaltige Nanopartikel.

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