Nerventra

Teva: Rückschlag für MS-Tablette APOTHEKE ADHOC, 12.01.2016 12:30 Uhr

Berlin - Das MS-Mittel Nerventra (Laquinimod) bleibt das Sorgenkind im Portfolio von Teva. Gleich in zwei klinischen Studien musste eine Gruppe die Behandlung abbrechen. Acht Patienten hatten unter Dosierungen von mehr als 1,2 mg schwere kardiovaskuläre Nebenwirkungen gezeigt. Dennoch will Teva die Studien – mit niedrigeren Dosen – fortführen.

Nerventra ist ein MS-Medikament mit neuem Wirkmechanismus, das bei Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) eingesetzt werden soll. Wie das Präparat im Detail wirkt, ist nicht bekannt; vermutet werden immunmodulatorische Effekte. In Studien wurden entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften nachgewiesen. Häufigste Nebenwirkungen sind Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen, Blinddarmentzündung sowie Veränderungen der Blut- und Leberwerte.

Bereits 2014 musste der israelische Generikakonzern einen schweren Rückschlag bei der Entwicklung seines MS-Mittels hinnehmen. Nach dem Patentablauf für Copaxone sollte Nerventra auf den Markt kommen. Doch die europäische Arzneimittelagentur EMA lehnt die Zulassung ab.

Schon vor zwei Jahren waren die Nebenwirkungen das Hauptproblem für das negative Votum: In Versuchen mit Ratten waren karzinogene und teratogene Effekte beobachtet worden, die laut Teva aber in den klinischen Studien mit Untersuchungszeiträumen von bis zu sieben Jahren nicht auftraten. Die EMA sah die Bedenken dagegen nicht ausgeräumt, zumal beide Effekte erst mit Zeitverzögerung nachweisbar seien.

APOTHEKE ADHOC Debatte