Koralle: Waffe gegen Brustkrebs?

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Berlin -

Eine Wissenschaftlerin der Technischen Hochschule (TH) Köln hat in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Kollegen einen Inhaltsstoff der Weichkoralle Pseudopterogorgia elisabthae bei metastasierenden Brustkrebszellen erfolgreich getestet. Künftig könnte die Substanz bei Patientinnen eingesetzt werden, die an einem tripel-negativen Mammakarzinom (TNBC) leiden.

Etwa 15 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs sind an der aggresiven Unterform erkrankt. Charakteristisch für das dreifach-negative Mammakarzinom ist, dass Gene für den Östrogen-, Progesteron- sowie HER2/neu-Rezeptoren nicht exprimiert werden. Das erschwert die medikamentöse Therapie, weil viele der bisher auf dem Markt befindlichen Arzneistoffe nicht eingesetzt werden können. Patientiennen haben daher eine nur eine geringe Aussicht auf Heilung.

Dies könnte sich möglicherweise nach weiteren Studien ändern: Julia Sperlich von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln hat im Rahmen ihrer Dissertation Experimente mit dem Korallenextrakt Pseudopterosin durchgeführt, das aus den Diterpen-Glykosiden Pseudopterosin A bis D (PsA-D) zusammengesetzt ist. Untersucht wurde die Wirkung auf metastasierende tripel-negative Brustkrebszellen; die Proben hat die Forscherin vom Department of Chemistry der Prince Edward Island University in Kanada im Rahmen einer Forschungskooperation zur Verfügung gestellt bekommen.

Sie hat herausgefunden, dass Krebszellen und die an ihnen angrenzenden Immunzellen über Entzündungsmediatoren (Zytokine) miteinander kommunizieren. „Die Immunzellen haben zwei Seiten: Im Idealfall unterdrücken sie das Tumorwachstum. Unter bestimmten Umständen können sie den Krebs aber auch zu mehr Wachstum anregen“, erläutert Sperlich. Der marine Wirkstoff blockierte in der präklinischen Studie die zelluläre Kommunikation und hinderte den Tumor daran, Metastasen zu bilden.

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