Ibuprofen: Jetzt droht der Mega-Engpass

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Nur sechs Fabriken stellen Ibuprofen für den gesamten Weltmarkt her: Hubei Granules-Biocause und Shandong Xinhua aus China, Solara und IOLPC aus Indien sowie BASF und SI Group aus den USA. Die Marktanteile sind annähernd gleich verteilt, was für eine Auslastung der gesamten Kapazitäten spricht. Jeder der sechs Fabriken produziert zwischen 10 und 20 Prozent des gesamten Weltmarkts.

Auch bei anderen Wirkstofflieferanten soll es derzeit Probleme geben; die Ursachen sind ganz verschieden. Die ersten Generikahersteller suchen bereits händeringend nach Zwischenhändlern oder Brokern, die ihnen noch eine Charge – egal welcher Größe – vermitteln können. Bei Granules heißt es, dass die gesamten Kapazitäten bis zum Jahresende blockiert sind. Frühestens bei der Fachmesse CPhI im Herbst nehmen auch andere Lieferanten wieder Aufträge an.

Tatsächlich zeichnen sich die Lieferprobleme bei Ibuprofen bereits seit Längerem ab. Weltweit wächst die Nachfrage, Folge ist eine Verknappung: Alleine von 2012 bis 2014 stieg der Bedarf laut Analysten von 30.000 auf 33.000 Tonnen des aktiven Wirkstoffs (Active Pharmaceutical Ingredient, API). Die in den Jahren zuvor ausgebauten Kapazitäten von 31.000 Tonnen waren damit schon mehr als ausgereizt.

2017 hätten knapp 37.000 Tonnen verarbeitet werden können, rund 6000 Tonnen mehr als produziert werden konnten. In diesem Jahr werden es Schätzungen zufolge 38.000, im kommenden Jahr 40.000 Tonnen sein. Selbst wenn zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, fehlen dann 4000 beziehungsweise 5000 Tonnen. Die Folge sind nicht nur Engpässe, sondern auch massive Preissteigerungen von 20 bis 40 Prozent pro Jahr.

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