Lieferengpass bei Fiebersäften

Paracetamol-Säfte: Alles ausverkauft

, Uhr aktualisiert am 14.03.2022 17:46 Uhr
Berlin -

Noch sind viele Apotheken ausreichend mit Fiebersäften bevorratet, doch das könnte sich in den kommenden Wochen ändern. Der Großhandel ist teilweise schon ausverkauft, auch die Hersteller können nichts mehr liefern.

Platzhirsch Ratiopharm kann seinen Paracetamol-Saft derzeit nicht liefern. In der vergangenen Woche seien die kompletten Bestände an den Großhandel ausgeliefert worden, so eine Sprecherin. „Hintergrund für den vorübergehenden Lieferausfall ist eine kurzfristig extrem gestiegene Nachfrage. Diese hat auch zu Lieferausfällen bei den Wettbewerbern geführt. Unsere eigene Pharmaproduktion kann diesen nicht einkalkulierten Bedarf so kurzfristig nicht decken.“

In Ulm geht man davon aus, dass der Saft ab Mai wieder vollumfänglich lieferbar ist. Aufgrund des sehr hohen Bedarfs im letzten Quartal des vergangenen Jahres gibt es aktuell aber auch kurzfristige Lieferengpässe bei den Zäpfchen à 250 mg sowie bei den Brausetabletten. „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, sodass keine langfristigen Lieferausfälle zu erwarten sind.“

Auch der Hersteller Bene konte jüngst nicht liefern: „Aufgrund hoher Nachfrage sind wir derzeit mit dem Ben-u-ron-Saft leider lieferunfähig. Dies gilt für Großhandelsbestellungen, aber auch für Direktbestellungen“, so eine Sprecherin kürzlich. „Wir arbeiten unter Hochdruck an der Beseitigung der Situation und beabsichtigen, den Saft bis spätestens Ende der Woche wieder liefern zu können.“ Alle anderen Arzneimittel der Marke Ben-u-ron seien vollumfänglich lieferbar gewesen. Bereits seit Montag trifft das auch auf den Saft wieder zu.

Vor vier Jahren hatte es einen Engpass bei Ibuprofen-Säften gegeben. Ursache war der Ausfall von BASF, einem von damals sechs Rohstofflieferanten weltweit. Im Werk in Bishop im US-Bundesstaat Texas wurde die Produktion des Wirkstoffs für Monate komplett eingestellt.

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