Ibuprofen vs. Rezeptur

Kein Paracetamol-Saft: Vor- und Nachteile von Alternativen

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Berlin -

Wenn der Paracetmol-Saft nicht lieferbar ist, können Apotheker:innen als Alternative mit gleicher Darreichungsform auch Ibuprofen-Säfte anbieten. Bestehen die Eltern auf den Wirkstoff Paracetamol, so kann eine patientenindividuelle Anfertigung in der Rezeptur erfolgen. Doch kann diese dann zu Lasten der GKV abgerechnet werden? Wirtschaftlich ist die Herstellung als Rezeptur nicht.

Aktuell können viele Apotheken keinen Paracetamol-Saft bestellen. Platzhirsch Ratiopharm kann seinen Saft derzeit nicht liefern. In der vergangenen Woche seien die kompletten Bestände an den Großhandel ausgeliefert worden, so eine Sprecherin. Auch Hersteller Bene konnte zuletzt nicht liefern. Während der Benuron-Saft bereits wieder lieferfähig ist, geht Ratiopharm davon aus, dass die Säfte ab Mai wieder verfügbar sind.

Ibuprofen als Alternative

Paracetamol kann bereits den ganz Kleinen gegeben werden. Ab 3 Kilogramm können 40 mg Paracetamol (das entspricht bei den Fertigarzneimittel-Säften 1 ml) als Einzeldosis gegeben werden. Die maximale Tagesdosis sind 160 mg – also vier Einzeldosen. Ibuprofen kann erst ab einem Körpergewicht von 5 bis 6 Kilogramm gegeben werden. Eine Einzeldosis entspricht 50 mg Ibuprofen (also bei den niedrig dosierten Fertigarzneimittel-Säften 2,5 ml). Vor zwei Jahren stimmte der Bundesrat zu, oral verabreichte flüssige Ibuprofen-Zubereitungen in Einzeldosen bis 10 mg/kg Körpergewicht für Kinder ab drei Monaten und mehr als fünf Kilogramm Körpergewicht aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Für die ganz Kleinen stellt Ibuprofen also keine Alternative dar. Hier könnten Eltern auf Suppositorien zurückgreifen, sollte der Saft nicht lieferbar sein.

Kombi-Rezepte: Bei sehr hohem Fieber verordnen die Ärzt:innen oftmals sowohl einen Paracetamol- als auch einen Ibuprofen-Saft. Die abwechselnde Gabe hat eine stärkere antipyretische Wirksamkeit als die Monotherapie. Für die Selbstmedikation ist dieses Regime nicht geeignet. Der Arzt/die Ärztin sollte den Eltern die genauen Dosierungen und Zeiten erklären.

Paracetamol oder Ibuprofen?

Kann ein nicht lieferbarer Paracetamol-Saft nicht einfach nur eine flüssige Ibuprofen-Alternative ersetzt werden? In vielen Fällen kann dies sicherlich eine Option sein. Bei ärztlicher Verordnung muss dann jedoch Rücksprache mit dem/der Verordner:in gehalten werden. Denn beide Wirkstoffe unterscheiden sich bei den Kontraindikationen. So weist Paracetamol ein generell höheres Vergiftungspotential auf als Ibuprofen. Insbesondere bei sehr geringen Körpergewichten muss genau dosiert werden. Die maximale Tagesdosis darf nicht überschritten werden. Sonst kann es zu Leberschäden kommen. Einzelne Studien lassen vermuten, dass Ibuprofen vor allem bei kleineren Kindern das Fieber zuverlässiger senkt. Eine generelle Aussage hierzu fehlt bislang. Ibuprofen weist im Gegensatz zu Paracetamol eine zusätzliche antiphlogistische Wirkung auf – bei einigen Leiden kann dies von Vorteil sein.

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