Ratiopharm streicht Winterbevorratung – alle Aufträge gelöscht | APOTHEKE ADHOC
Engpass bei Kindernasensprays

Ratiopharm streicht Winterbevorratung – alle Aufträge gelöscht

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Berlin -

Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben mitunter dramatische Auswirkungen für bestimmte Kundengruppen. Besonders Kinder sind aktuell von verschiedenen Ausfällen betroffen. Zu den schwer verfügbaren Schmerz- und Fiebersäften kommen jetzt auch Nasensprays dazu. Ratiopharm kündigte gegenüber Apotheken an, die Bestellungen für die anstehende Erkältungssaison für das apothekenpflichtige Nasenspray-Ratiopharm Kinder nicht bedienen zu können. Die Aufträge seien automatisch gelöscht worden, heißt es aus Ulm.

Der Ratiopharm Mutterkonzern Teva teilte Apotheken in einem Kundenschreiben den aktuellen Stand der Winterbevorratung mit. Bei dem abschwellenden Nasenspray mit dem Wirkstoff Xylometazolin für Kinder gebe es „aktuell Lieferengpässe, die auf einen unerwarteten und stark erhöhten Bedarf im Markt zurückzuführen sind“, heißt es. „Zudem verstärken Lieferverzögerungen unserer Wirkstoffhersteller diese Entwicklung.“

Teva: Produktion läuft auf Hochtouren

Der Konzern bedauert gegenüber den Apotheken die aktuelle Situation. „Obwohl wir mit aller Kraft daran arbeiten den Lieferengpass zu beheben, haben wir derzeit leider keine Lagerbestände verfügbar.“ Ein Datum, wann Apotheken wieder mit dem OTC-Produkt für Kinder rechnen können, gibt es nicht: Die Produktion laufe auf Hochtouren, um die defekten Produkte „so schnell wie möglich wieder liefern zu können. „Zudem sind wir dabei zusätzliche Fachkräfte einzustellen und bauen damit unserer Personalressourcen weiter aus.“

Teva erklärt außerdem, dass die Kindernasenspray Vorräte bei Großhändlern größtenteils Mengen für den täglichen Bedarf seien. Diese reichten nicht aus, um Überweiser-Bevorratungen zu bedienen. Auch der Außendienst könne derzeit keine Bestellungen annehmen.

Apotheker warnt vor Situation in Erkältungszeit

In Apotheken kommt die Nachricht nicht gut an. „Der Marktführer für Kinder Nasenspray sagt die Winterbevorratung der Apotheken ab“, sagt ein Inhaber. Er erwartet, dass alternative Hersteller umgehend defekt sein werden. Bei ihm betreffe die Löschung des Auftrags einen Packungszahl im vierstelligen Bereich. Das Problem sei, dass das Nasenspray gemeinsam mit Fiebersäften mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen die Klassiker auf einem Rezept für Kinder in der Erkältungszeit sei. „Nichts der drei Artikel ist lieferbar“, kritisiert der Apotheker. „Wenn der Großteil der deutschen Apotheken jetzt ihre Winterbevorratung umstellt, hagelt es Defekte.“

Bereits vor einigen Wochen zeichnete sich ein Lieferengpass bei Kindernasensprays ab. Im Mai teilte Teva jedoch mit, dass sich die Situation nach einigen Wochen wieder entspannen sollte. Auch Stada räumte ein, dass die Kindernasensprays „kurzzeitig nicht voll lieferfähig“ waren. „Grund hierfür waren Engpässe bei der Beschaffung spezieller Filter, die in den Nasensprays enthalten sind“, so eine Sprecherin. Die Engpässe konnten demnach jedoch behoben werden.

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