Gesundheitsreport

Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

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Berlin -

Hormonfrei durch die Wechseljahre: Laut aktuellem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse ist die Zahl der Frauen, die aufgrund von Wechseljahresbeschwerden mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden, so gering wie noch nie.

Für Frauen beginnt ab dem 50. Lebensjahr – plus/minus fünf Jahren – mit den Wechseljahren eine neue Lebensphase. Das hormonelle Gleichgewicht verschiebt sich, Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen können die Folgen sein. Eine Hormonersatztherapie soll die Beschwerden lindern.

Laut TK greifen jedoch immer weniger erwerbstätige Frauen zwischen 45 und 65 zu Hormonpräparaten. Deren Anteil sank im Jahr 2017 auf einen neuen Tiefstand von 6,6 Prozent – nur jede 15. Frau hat demnach von ihrem Arzt im Rahmen der Wechseljahre ein Hormonpräparat verordnet bekommen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl von 6,7 Prozent nur geringfügig.

Deutlicher zeigt sich der Rückgang der Verordnungen im Vergleich zum Jahr 2000. Hier nahm noch etwa jede dritte Frau ein Hormonpräparat im Kampf gegen die Wechseljahresbeschwerden ein. Die Zahl der Verordnungen lag bei 37 Prozent – auch um Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen. Zehn Jahre später waren es noch 9,6 Prozent. Der Rückgang sei auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zurückzuführen, so die TK. Bestimmte Hormonpräparate könnten beispielsweise das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombose und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Rückgang der Verordnungen für Hormonpräparate in den vergangenen Jahren zwar geringer ausfällt, sich aber dennoch kontinuierlich fortsetzt", sagt Wiebke Arps, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung. „Wir empfehlen betroffenen Frauen, die Risiken einer Hormontherapie gemeinsam mit ihrem Arzt gründlich abzuwägen und sich über Alternativen zu informieren.“

Ziel der Hormonersatztherapie (HET) ist es, dem Körper die Hormone zu geben, die ihm fehlen. Dabei gilt die Devise: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Im Markt sind Mono- und Kombinationspräparate in unterschiedlichen Darreichungsformen. Zum Einsatz können unter anderem Cremes, Tabletten, Pflaster oder Injektionen kommen. Im Rahmen der Monotherapie werden lediglich Estrogene ersetzt. Findet eine Kombinationstherapie statt, wird zusätzlich ein Gestagen verabreicht. Dies ist erforderlich, wenn bei den Frauen die Gebärmutter noch nicht entfernt wurde. Da Estrogene das Endometriumwachstum fördern, wird ein Gestagen kombiniert, um das Risiko für eine Endometriumhperplasie zu reduzieren.

Pflanzliche Präparate stellen eine weitere Therapieoption dar. Die Studienlage zu ihnen ist jedoch in den meisten Fällen nicht eindeutig. Traubensilberkerze – im Handel sind verschiedene Cimicifuga-Präparate wie Remifemin von Schaper & Brümmer –, soll die Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlafstörungen lindern können. Wer zusätzlich unter leichten depressiven Verstimmungen leidet, kann auf die Kombination mit Johanniskraut (Remifemin Plus) zurückgreifen. Der Wurzelextrakt der nordamerikanischen Pflanzen besitze beruhigende und regulierende Eigenschaften.

Außerdem werden Produkte mit dem Extrakt aus der Wurzel des Sibirischen Rhabarbers (Femiloges, Dr. Loges) oder Rotklee und Sojaisoflavonen (Orthomol femin, Orthomol) eingesetzt. Letztere dürfen nicht von Frauen verwendet werden, die an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt sind oder waren und in deren Familien-Historie diese Erkrankungen vorkommen.

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