Öko-Test: Nur Remifemin ist „gut“

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Berlin - Für Frauen beginnt ab dem 50. Lebensjahr – plus/minus fünf Jahren – eine neue Lebensphase. In dieser Zeit verschiebt sich das hormonelle Gleichgewicht. Typische Symptome der Wechseljahre können daher Hitzewallungen und Schweißausbrüche sowie Stimmungsschwankungen sein. Wer auf eine Hormonersatztherapie verzichten will, sucht Hilfe in rezeptfreien pflanzlichen Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln (NEM). Öko-Test hat 25 Präparate untersucht, das Ergebnis „macht wenig Hoffnung“.

Zwölf rezeptfreie Arzneimittel, zwölf NEM und eine ergänzende bilanzierte Diät sind die Produkte im Öko-Test. Die Präparate stammen aus Apotheke, Drogerie und Reformhaus. Geprüft wurde auf Wirksamkeitsbelege und Nutzen, Deklarationsmängel, bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe sowie umweltschädliche Verbindungen in den Verpackungen. Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt stand als Experte zur Seite und begutachtete die Forschungslage.

NEM aus der Apotheke enthalten meist Soja- oder Rotkleeisoflavone. Außerdem können „unnötige Zusätze“ wie Vitamine und Mineralstoffe oder ein „wilder Mix“ aus Ananas, Papaya, Kräutern, Yamswurzel oder Pilzextrakten enthalten sein. Im Test waren beispielsweise Menoflavon (Rotklee, Kyberg), Sérèlys (Pflanzenpollen/Vitamin E, Exeltis), Orthomol Femin (Soja/Leinsamen/Nachtkerze/Fischöl/Q10/Vitamine/Mineralstoffe), Alsifemin Klima-Soja plus Calcium-D3 (Alsitan), Sinekrin Wechseljahre (Bromelain/Papain/Linsenlektin/Vitamine/Mineralstoffe, Kyberg) und Trivital Meno (Cordyceps-/Maitakepilzextrakt/ Yams/Melisse/Soja/Rotklee/ Q10/Vitamine/Mineralstoffe, Hennig).

Das Urteil von Öko-Test ist eindeutig – „ausreichend“, „mangelhaft“ und „ungenügend“. NEM könnten nicht empfohlen werden. Isoflavone aus Soja und Rotklee gelten zwar für gesunde Frauen als sicher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät aber Frauen, die aufgrund eines östrogenabhängigen Tumors behandelt werden oder wurden, von der Anwendung von Phytoöstrogenen ab. Eine entsprechende Warnung könne für neun Präparate im Test ausgesprochen werden. Punktabzug gibt es daher, wenn der Hinweis nicht deklariert wird. „Mit Blick auf die Datenlage ist der klinische Nutzen von Phytoöstrogenen aber mehr als fraglich“, so Schubert-Zsilavecz.

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