Menopause

Phytohormon-Präparate „wenig geeignet“

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Berlin -

Stiftung Warentest hält Präparate mit pflanzlichen Hormonen gegen Wechseljahresbeschwerden für „wenig geeignet“. Der Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Isoflavon sei nicht belegt. Als Alternativen werden Hormontherapien vorgeschlagen – sowie Entspannung, Sport und gesunde Ernährung. Zu einem ähnlichen Ergebnis war bereits Öko-Test gekommen.

Stiftung Warentest hat beispielhaft zehn Nahrungsergänzungsmittel und drei rezeptfreie Medikamente untersucht, die Wechseljahresbeschwerden lindern sollen. Alle Mittel beinhalten den Wirkstoff Isoflavon, der aus Soja, Rotklee, Rhapontikrhabarber oder Traubensilberkerze gewonnen wird.

Unter anderem wurden die Nahrungsergänzungsmittel „Meno-Soja“ von Abtei und „Doppelherz Aktiv-Meno“ von Queisser getestet. Beide Produkte stuften die Tester als „wenig geeignet“ ein. Gleiches gilt für die Arzneimittel „Remifemin“ und „Remifemin Plus“ von Schaper & Brümer sowie Phyto-Strol compact von Müller Göppingen.

Der Nutzen von Isoflavonen gegen Wechseljahresbeschwerden sei nicht nachgewiesen, begründen die Tester ihr Urteil. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat alle gesundheitsbezogenen Versprechen für Soja-Isoflavone bislang abgelehnt. Stiftung Warentest kritisiert zudem, dass die getesteten Produkte nicht nur Isoflavone enthielten, sondern oft auch mit anderen Vitaminen oder Spurenelementen angereichert seien. Das habe keinen Zusatznutzen für gesunde Frauen, so die Tester.

Es sei bedenklich, dass in den getesteten Präparaten unterschiedlich stark wirkende Phytohormone eingesetzt werden. Genaue Angaben zu Inhaltsstoffen und Dosierung fehlen laut Stiftung Warentest oft. Das ist aus Sicht der Tester problematisch, genauso wie fehlende Studien zu Langzeitwirkungen: Möglicherweise erhöhen Phytohormone aus Soja und Rotklee das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen und Brustkrebs. Bei der Einnahme der pflanzlichen Präparate rät Stiftung Warentest, auf die subjektive Wirkung zu achten. Wenn ein Mittel keine Linderung verschaffe, solle es abgesetzt werden.

Nicht alle Frauen leiden während der Wechseljahre unter Beschwerden. Tatsächlich bemerkt etwa ein Drittel gar nichts, ein weiteres Drittel klagt nur über leichte, die restlichen Frauen über schwere Belastungen. Dazu gehören oft Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen – Folgen der Umstellung des Hormonhaushalts.

Im Fall schlimmer Probleme „eignet sich eine ärztlich verordnete Hormontherapie besser“, sagt die Gynäkologin Dr. Maria Beckermann im Interview mit Stiftung Warentest. Denn der Nutzen dieser Therapie sei nachgewiesen. Hormone sollten jedoch nur gering dosiert und über kurze Zeiträume hinweg eingenommen werden, da sie auf Dauer das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Brustkrebs steigerten.

Grundsätzlich rät Stiftung Warentest Frauen in der Menopause zu einem gesunden Lebensstil: Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Da Stress Hitzewallungen fördern kann, helfen auch Entspannungsübungen wie Yoga. Um Schweißausbrüchen entgegenzuwirken, können sich Frauen im „Zwiebellook“ kleiden und bei Bedarf Kleidungsstücke ablegen.

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