Valsartan-Skandal

Hochdruckliga: BfArM informierte nur lückenhaft

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Berlin -

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) zieht im Fall Valsartan Bilanz aus den vergangenen Monaten. In einem Rundumschlag werden die zuständigen Behörden und die Medien abgestraft.

„Blutdrucksenker in Verruf“, schreibt die DHL. Die Valsartan-Rückrufe hätten „zu einem nahhaltigen Vertrauensverlust der Patienten geführt“. Als die betroffenen Arzneimittel im Juli aufgrund einer produktionsbedingt angefallenen Verunreinigung zurückgerufen wurden, seien die Patienten „zu Recht stark verunsichert“ gewesen: „Weil allein zehn Tage zwischen der Bekanntmachung der Verunreinigung und der Veröffentlichung einer Liste der betroffenen Medikamente lagen.“

Kritik hagelt es auch für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. „Das BfArM informierte nur lückenhaft.“ Betroffene Patienten sollten sich an den Arzt oder die Apotheke wenden, wichtige Fragen seien von der Behörde nicht hinreichend beantwortet worden. Eine der Fragen, die das BfArM aus Sicht der DHL hätte beantworten müssen: „Muss der Arzt ein neues Rezept ausstellen oder tauscht die Apotheke einfach so das Medikament aus?“

Der Rückruf hätte aus Sicht der DHL „schneller, geordneter und transparenter“ sowie auf Patientenebene erfolgen müssen. Der Verein befürwortet das Novum im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), das für die Versicherten künftig im Falle eines Arzneimittelrückrufes in Folge eines Qualitätsmangels die gesetzliche Zuzahlung entfällt. Dass der Bund künftig mehr Befugnisse bei Arzneimittelrückrufen erhält, hegt die Hoffnung auf eine schnellere und transparenter Durchführung als bei Valsartan.

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