Undichte Spritzen

GSK: Rücknahme führt zu Engpass APOTHEKE ADHOC/dpa, 18.04.2018 17:29 Uhr

Berlin - Besser undicht als nicht lieferbar: Zum Monatsanfang informierte GlaxoSmithKline (GSK) über eine Undichtigkeit bei einzelnen Impfspritzen. Der Hersteller kann mögliche Fehldosierungen nicht ausschließen. Dennoch wird keine Rücknahme der Ware erfolgen, denn dies könne die Versorgung gefährden.

Ein Teil der Impfspritzen von GSK ist undicht – dennoch will der Hersteller die Chargen nicht zurückrufen. „Eine Marktrücknahme aller theoretisch betroffenen Impfstoffe würde bedeuten, dass eine ausreichende Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Impfstoffen nicht mehr gewährleistet werden kann“, teilte das Unternehmen mit. Die fehlerhaften Spritzen können dazu führen, dass Patienten zu wenig Impfstoff abbekommen, so dass ein weiteres Mal geimpft werden muss. Betroffen sind mehrere Impfstoffe, etwa gegen Tetanus, Keuchhusten oder Polio – Boostrix, Boostrix Polio, Encepur sowie Engerix-B für Erwachsene und Kinder, Fendrix, Havrix 1440 und 720 Kinder, Infanrix, Infabrix IPV+Hib, Infanrix hexa, Tetanol pur sowie Twinrix für Erwachsene und Kinder.

Einige Experten forderten, die Produkte vom Markt zu nehmen. „Dies würde ein erhebliches Risiko für viele Menschen, auch Kinder, bedeuten, da sie nicht mehr gegen impfpräventable Erkrankungen geschützt werden könnten“, erläuterte hingegen der Hersteller. Andere Impfstoff-Hersteller wären nicht in der Lage, die Versorgung sicherzustellen. Gesundheitliche Gefahren bei Verwendung der Spritzen sehen die Hersteller nicht: „Die Undichtigkeit hat keinen Einfluss auf die Qualität, Sterilität und Sicherheit unserer Impfstoffe“.

Eine Undichtigkeit der Spritzen kann bei einigen Impfstoffen während der Rekonstitution oder der Verabreichung auftreten. Die Häufigkeit in Europa betrage etwa 2,6 von 100.000 vertriebenen Impfdosen, jedoch sei die genaue Häufigkeit nicht bekannt und könne womöglich höher sein. Die Sterilität der Vakzine sei jedoch nicht beeinträchtigt. GSK gab an, bei Reklamationen alle Impfstoffe zu ersetzen. Das Unternehmen betonte weiter, es habe umgehend alle Behörden informiert.

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