Undichte GSK-Spritzen

Impfspritzen-Panne: Ärzte und PEI gelassen dpa, 19.04.2018 14:24 Uhr

München/Köln - Gelassen haben der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf undichte Impfspritzen der Firma GlaxoSmithKline (GSK) reagiert. Sicherlich sei das eine „unangenehme Situation“, sagte ein Sprecher des Ärzteverbands heute. Betroffene Spritzen-Chargen sollten ausgetauscht werden. Für die Patienten sah er aber keine Gefahr. „Wenn man sieht, dass etwas undicht ist, muss man die Impfung wiederholen.“ Zur Not gebe es auch andere Anbieter – aber bislang sei die Zahl der undichten Spritzen dem Vernehmen nach sehr gering.

GSK hatte in einem Schreiben Anfang April mitgeteilt, während der Impfstoffvorbereitung oder Impfstoffverabreichung seien einige Spritzen undicht geworden. In Europa seien 2,6 von 100.000 vertriebenen Impfstoffdosen betroffen. „Allerdings ist die genaue Häufigkeit nicht bekannt und kann deshalb auch höher sein.“

Das PEI erklärte, die Sterilität der Produkte sei nicht beeinträchtigt und einer Unterdosierung wegen ausgetretener Flüssigkeit bei der Injektion könne per Nachimpfung entgegengewirkt werden. Weil das Problem in den meisten Fällen aber vor dem Impfen bemerkt worden sei, sollte die Zahl der Betroffenen „sehr klein“ sein. Weiter hieß es: „Da keine Gefährdung von Patienten erkennbar ist, ist eine Marktrücknahme mit dem Risiko einer eingeschränkten Versorgung mit zahlreichen Impfstoffen nicht angemessen.“

Auch der Hersteller hatte mitgeteilt, dass er die Chargen nicht zurückrufen wolle. Dann könnte die ausreichende Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Impfstoffen - nach Darstellung von GSK - nicht mehr gewährleistet werden. Gesundheitliche Gefahren sieht auch die Firma mit Deutschlandsitz in München nicht. Qualität, Sterilität und Sicherheit der Impfstoffe seien wegen der Lecks an den Spritzen nicht beeinträchtigt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte