Gebärmutterhalskrebs

HPV: Neue Vakzine gegen geringe Impfquote APOTHEKE ADHOC, 11.04.2018 14:21 Uhr

Berlin - Jedes Jahr erkranken hierzulande etwa 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, dabei kann eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die als Auslöser der Krebserkrankung gelten, das Risiko mindern. Obwohl die Kassen die Kosten für die Impfung bis zum 17. Lebensjahr übernehmen, ist die Durchimpfungsrate gering. Ein deutsches Forscherteam hat nun einen neuen Impfstoff entwickelt, der vor allem in Ländern der dritten Welt zum Einsatz kommen soll.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren eine HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Einen vollständigen Schutz bietet die Immunisierung jedoch nicht, da sich die verfügbaren Vakzine nur gegen bestimmte Arten der sexuell übertragbaren HPV-Stämme richten. Die Altersspanne wurde vor einigen Jahren von zuvor 12 bis 17 Jahren herabgesetzt, um mehr Mädchen zu schützen, bevor diese sexuell aktiv werden. Wer die Immunisierung im empfohlenen Alter versäumt, kann diese bis zum 18. Geburtstag nachholen.

Die Kassen übernehmen seit mehr als zehn Jahren die Kosten für die HPV-Impfung. Die Durchimpfungsrate liegt nach Zahlen der Ärzte Zeitung bei den 15-Jährigen jedoch nur bei 31 Prozent und bei den 17-Jährigen mit 43 Prozent nur etwas höher. In Australien liegt die Impfquote demnach bei 80 Prozent.

Vermutungen über die geringen Durchimpfungsraten gibt es viele. „Die meisten Eltern haben offenbar Schwierigkeiten, sich sexuelle Aktivitäten bei ihren 9- bis 14- jährigen Kindern vorzustellen“, sagt der Vorsitzende der Hessischen Krebsgesellschaft, Christian Jakisch. Eine bessere Aufklärung von Eltern und Kindern könne höhere Impfquoten erreichen. Die Impfung war jedoch durch Kritiker in Verruf geraten. Eltern und Kinder sind in Angst vor gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen. Zuletzt stand die HPV-Impfung in Verdacht, Multiple Sklerose auszulösen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) konnte einen Zusammenhang zwischen der Impfung und MS im Dezember 2016 ausschließen. Die Entscheidung konnte auf verschiedene Studien zurückgeführt werden.

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