Gebärmutterhalskrebs

Warum die HPV-Impfung kaum einer nutzt APOTHEKE ADHOC, 08.06.2018 15:02 Uhr

Berlin - Krebs sei Geißel unserer Zeit und das schlimmste Wort, wenn es um die Gesundheit geht: So eröffnet „Plusminus“ den Beitrag über die Impfung gegen Krebs, die kaum einer nutzt: Warum die Vakzine gegen Gebärmutterhalskrebs kaum Anwendung findet, versuchte die Sendung zu beantworten.

Vor mehr als zehn Jahren entdeckte der deutsche Krebsforscher Professor Dr. Harald zur Hausen die Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen – die Humanen Papillomviren (HPV). Zur Hausen legte den Grundstein für die Entwicklung eines Impfstoffes und wurde mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Und obwohl die bahnbrechende medizinische Entwicklung des bislang ersten und einzigen Impfstoffes gegen Krebs seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt ist, sind die Impfquoten ernüchternd.

Gebärmutterhalskrebs ist die dritthäufigste Krebsart. Jährlich werden 140.000 Frauen aufgrund eines krebsverdächtigen Befundes am Gebärmutterhals operiert. 4600 Frauen erhalten die Diagnose Krebs und ein Drittel stirbt. Zahlen, die geringer ausfallen könnten, gibt es doch bereits seit 2006 eine Vakzine, deren Anwendung seit 2007 empfohlen wird.

Die Impfquote in Deutschland liegt bei gerade einmal 42 Prozent. Andere europäische Länder wie Großbritannien mit 85 Prozent, Norwegen und Portugal mit je 83 Prozent oder Schweden mit 77 Prozent liegen deutlich darüber. Auf der Suche nach Erklärungen, warum Deutschland im europäischen Vergleich hinterher hinkt, können drei Gründe ausgemacht werden. Zum einen herrsche eine allgemeine Verunsicherung: So wurde in der Vergangenheit über zwei Todesfälle berichtet, die mit der Impfung in Verbindung gebracht wurden – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnte keinen Zusammenhang feststellen. Zuletzt stand die HPV-Impfung in Verdacht, Multiple Sklerose auszulösen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) konnte einen Zusammenhang zwischen der Impfung und MS im Dezember 2016 jedoch ausschließen.

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