FDA: Fluorchinolone Gefahr für Diabetiker

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Im Rahmen der Postmarketing-Überprüfung fand die FDA im Zeitraum von Oktober 1987 bis April 2017 im FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) 56 Berichte zu einem hypoglykämischen Koma im Zusammenhang mit Fluorchinolonen. Weitere elf Fälle wurden in wissenschaftlicher Literatur gefunden. Die Betroffenen wurden mit Levofloxacin (44), Ciprofloxacin (12), Moxifloxacin (9) und Ofloxacin (2) behandelt.

Ein Großteil der Betroffenen wies Risikofaktoren für das Auftreten eines hypoglykämischen Komas auf. Dazu zählen höheres Alter, Diabetes, Niereninsuffizienz sowie die Einnahme von Arzneistoffen wie Sulfonylharnstoffen, die ohnehin mit einem höheren Risiko für eine Hypoglykämie assoziiert sind. 47 Patienten waren nachweislich Diabetiker. 41 nahmen einen oder mehrere Arzneistoffe ein, die ein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko bergen, 35 wurden mit einem Sulfonylharnstoff behandelt. Lediglich drei Patienten wurden mit einem Insulin behandelt. 20 Patienten waren nicht an Diabetes erkrankt.

In dreizehn Fällen endete das hypoglykämische Koma tödlich. Einige der Betroffenen wurden aufgrund einer relativ unkomplizierten Infektion mit einem Fluorchinolon behandelt. Neun der 54 Überlebenden erholten sich nicht mehr vollständig. Die FDA verstärkt aufgrund der Ergebnisse die Warnungen vor Fluorchinolonen und fordert eine Änderung der Produkt- und Fachinformationen der betroffenen Arzneistoffe sowohl zur oralen Anwendung als auch zur Injektion.

Änderungen soll es auch in Bezug auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen geben, die die Psyche betreffen. So sollen diese um Störungen der Aufmerksamkeit, Orientierungslosigkeit, Unruhe, Nervosität, Gedächtnisstörungen und schwere Störungen der geistigen Fähigkeiten wie Delirium erweitert werden.

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