Coronavirus: Durch die Nase in den Körper

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Berlin - Sars-CoV-2 kann über die Mund- und Nasenschleimhaut in den Körper gelangen. Erste Untersuchungen bestätigen, dass das Virus auch über die Augen beziehungsweise über die Tränendrüsen am Auge in den Körper gelangen kann. Doch die wahrscheinlichste Eintrittspforte für Sars-CoV-2 sei, laut Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, die Nasenschleimhaut.

Zahlreiche Forscherteams des Wellcome Sanger Institutes, des Universitätsklinikums Groningen, der Universität Cote d'Azur und anderen Forschungseinrichtungen haben die Zellen identifiziert, die als Haupteintrittspforte für Sars-CoV-2 gelten könnten. Die Proteine, die das Virus zum Eintritt in die Wirtszelle nutzt sind nun bekannt. Zu den zwei wichtigsten Proteinen gehören ACE2 und TMPRSS2. Forscher des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin wollten herausfinden, in welchen Zellen diese beiden Eintrittsproteine vermehrt enthalten sind. Folglich könnten Aussagen über die häufigsten Übertragungswege gemacht werden. Durch die Erkenntnisse könnten auch Maßnahmen, wie das Tragen eines Mundschutzes, mitunter neu bewertet werden.

Hierfür untersuchten die unterschieldichen Forscherteams Zellen aus verschiedenen Organen, darunter Lunge, Nase, Auge, Darm, Herz, Niere und Leber. Die Forscher konnten zeigen, dass spezielle Zellen in der Nase die höchste Konzentration an ACE2 und TMPRSS2 enthielten: „Das Rezeptorprotein – ACE2 – und die TMPRSS2-Protease, die beim Eintritt von SARS-CoV-2 helfen kann, wird in den Zellen verschiedener Organe exprimiert. Darunter sind die Zellen an der Innenseite der Nase. Wir haben gezeigt, dass von allen Zellen die schleimproduzierenden Becherzellen und Flimmerzellen in der Nase die höchsten Konzentrationen dieser beiden Proteine aufweisen“, erklärte Hauptautor Waradon Sungnak. „Das macht diese Zellen zum wahrscheinlichsten Erstinfektionsweg für das Virus,“ schlussfolgert er weiter.

Augen als Eintrittspforte

Da auch Bindehautentzündungen ein mögliches Symptom von Covid-19 sein können, hatten Forscher aus Singapur sich bereits Ende März näher mit der Frage beschäftigt, ob eine Ansteckung auch über die Tränenflüssigkeit möglich sein könnte. Über den sogenannten „Tränennasengang“ besteht eine direkte Verbindung zwischen Nase und Bindehaut. Ob nun neben Speichel und Nasensekret auch die Tränenflüssigkeit grundsätzlich als Infektionsquelle in Frage kommt, haben Forscher der Nationalen Universität Singapur untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal „Ophtalmology“ veröffentlicht.

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