Bindehaut als Eintrittspforte für Sars-CoV-2

Tränenflüssigkeit als Infektionsquelle?

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Berlin -

Untersuchungen zufolge können auch Bindehautentzündungen ein Symptom von Covid-19 sein. Nun haben sich Forscher damit beschäftigt, ob auch eine Ansteckung des neuen Coronavirus über die Tränenflüssigkeit möglich ist.

Bindehautentzündung als Symptom

Gerötete oder geschwollene Augen mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl: Eine Bindehautentzündung ist unangenehm – und hochansteckend. Die American Academy of Opthalmology (AAO) wies kürzlich darauf hin, dass Sars-CoV-2 auch Bindehautentzündungen verursachen kann. Schon in China war aufgefallen, dass neben HNO-Ärzten auch Ophthalmologen vergleichsweise häufig infiziert waren.

Tränenflüssgikeit als Ansteckungsquelle?

Nun stellt sich die Frage, ob neben Speichel und Nasensekret auch die Tränenflüssigkeit grundsätzlich als Infektionsquelle für das neuartige Coronavirus in Frage kommt. Denn über den sogenannten „Tränennasengang“ besteht eine direkte Verbindung zur Bindehaut. Eigentlich dient der Kanal zur Ableitung der Tränenflüssigkeit, es sind jedoch auch aufsteigende Infektionen aus dem Nasen-Rachen-Raum denkbar. Die Nationale Universität Singapur beschäftigte sich mit der Fragestellung. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal „Ophtalmology“ veröffentlicht.

Probanden hatten keine Augen-Symptomatik

Um zu ermitteln, welches Risiko die Tränenflüssigkeit als Ansteckungsquelle mit sich bringt, untersuchte das Forscherteam 64 Tränenproben von 17 Patienten mit Covid-19. Die Teilnehmer zeigten – mit Ausnahme eines Patienten – jedoch keine Beschwerden einer Augensymptomatik durch Covid-19. Die Proben wurden dabei vom Beginn der Symptome bis zum vollständigen Abklingen nach 20 Tagen entnommen. Mit jeder Probe wurde ein PCR-Test durchgeführt und eine Zellkultur angelegt.

Kein Ansteckungsrisiko nachgewiesen

Die Wissenschaftler konnten kein Ansteckungsrisiko nachweisen: Alle Tests fielen negativ aus und auch in den Zellkulturen waren keine zytopathischen Effekte nachweisbar. Die Abstriche aus dem Nasen-und Rachenraum waren jedoch während der Erkrankung alle positiv. Aufgrund der Ergebnisse gehen die Forscher davon aus, dass die Bindehaut nicht zu den wichtigsten Eintrittspforten für eine Sars-CoV-2-Infektion gehört und das Ansteckungsrisiko über die Tränenflüssigkeit gering ist.

Augensymptome: Möglich, aber selten

Grundsätzlich tritt die Symptomatik im Bereich der Augen bei Covid-19 eher selten auf: Es gibt eine Studie mit 534 Covid-19-Patienten, die im Mobile Cabin Hospital und Tongji Hospital rekrutiert wurden. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Sars-CoV-2 und Augenmanifestationen. Das mittlere Alter der Patienten betrug 40 beziehungsweise 50 Jahre. 25 Patienten (4,7 Prozent) hatten eine Bindehautentzündung, mit einer durchschnittlichen Dauer von 4,9 ± 2,6 Tage hielt diese zwischen zwei und zehn Tagen an.

Die Patienten beschrieben jedoch weitere Beschwerden wie ein trockenes Auge (21 Prozent), verschwommenes Sehen (13 Prozent) und Fremdkörpergefühl (12 Prozent). 62 Prozent gaben an, einen Hand-Augen-Kontakt gehabt zu haben. Zudem wurden für einige Patienten Augensymptome in der Vorgeschichte dokumentiert.

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