Bindehautentzündung wegen Sars-CoV-2

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Berlin -

Husten, Fieber und Kurzatmigkeit gehören zu den Beschwerden einer Sars-CoV-2-Infektion. Die American Academy of Opthalmology (AAO) weist Augenärzte auf Berichte hin, die darauf hindeuten, dass das Virus auch Bindehautentzündungen verursachen kann. Schon in China war aufgefallen, dass neben HNO-Ärzten auch Ophthalmologen vergleichsweise häufig infiziert waren.

„Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass das Virus Bindehautentzündungen verursachen und möglicherweise durch Aerosolkontakt mit der Bindehaut übertragen werden kann“, schreibt die AAO. Patienten, die sich aufgrund einer Bindehautentzündung augenärztlich behandeln lassen und außerdem Fieber und Atemwegssymptome aufweisen und die entweder selbst oder deren Angehörige kürzlich aus einem Risikogebiet eingereist sind, könnten an Covid-19 erkrankt sein. Die AAO empfiehlt den Augenärzten das Tragen von Mund- und Nasen- sowie Augenschutz, wenn bei den Patienten der Verdacht auf Covid-19 besteht.

SARS-CoV-2 und Bindehautentzündung

Zwei Berichte deuten laut AAO darauf hin, dass Sars-CoV-2 eine Bindehautentzündung möglicherweise durch Aerosolkontakt verursachen kann. Den ersten Hinweis liefert eine im „Journal of Medical Virology“ veröffentlichte Studie an 30 in China hospitalisierten Covid-19-Patienten. Allerdings hatte nur eine Patientin eine Bindehautentzündung. Die Ergebnisse einer zweiten größeren Studie wurden im „New England Journal of Medicine“ (NEJM) veröffentlicht. Neun von 1099 Patienten aus 30 chinesischen Krankenhäusern hatten eine Bindehautentzündung.

Studie mit 534 Patienten

Es gibt jedoch noch eine weitere Studie mit 534 Covid-19-Patienten, die im Mobile Cabin Hospital und Tongji Hospital rekrutiert wurden. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Sars-CoV-2 und Augenmanifestationen. Die Forscher sammelten Informationen zu demographischen Merkmalen, Expositionsverlauf, Augensymptomen, systemischen Begleitsymptomen, angewendeten Augentropfen, Augenschutz sowie radiologischen Befunde der Patienten.

Das mittlere Alter der Patienten betrug 40 beziehungsweise 50 Jahre. 25 Patienten (4,7 Prozent) hatten eine Bindehautentzündung, mit einer durchschnittlichen Dauer von 4,9 ± 2,6 Tage hielt diese zwischen zwei und zehn Tagen an. Die Patienten beschrieben jedoch weitere Beschwerden wie ein trockenes Auge (21 Prozent), verschwommenes Sehen (13 Prozent) und Fremdkörpergefühl (12 Prozent). 62 Prozent gaben an, einen Hand-Augen-Kontakt gehabt zu haben. Zudem wurden für einige Patienten Augensymptome in der Vorgeschichte dokumentiert.

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