Südkorea und die Zweitinfektionen

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Berlin - Aus Südkorea liegen Daten vor, die bei rund 100 Menschen eine erneute Infektion mit Sars-CoV-2 bestätigen sollen. Diese Resultate stehen in der Kritik – nicht alle Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Zweitinfektion so schnell möglich sei. Sie gehen vielmehr von falsch-positiven Testergebnissen aus früheren Tests, oder einer Reaktivierung des Virus aus. Dies könne geschehen, wenn der Organismus noch nicht alle Viren vollständig bekämpft hat.

Die ersten Spekulationen über eine Mehrfachansteckung gab es im Februar: Eine japanische Frau wurde angeblich ein zweites Mal positiv auf Covid-19 getestet. Bereits damals bezweifelten Experten, dass es sich um eine tatsächliche Neuinfektion handeln würde. Virologen schreiben dem Virus biphasische Eigenschaften zu, das heißt, dass die Infektion in zwei Phasen ablaufen könnte. Nach einer Erstinfektion könnte es zu einer minimalen Symptomatik kommen, auf der ein späterer Krankheitsschub folgen könnte. Mirkobiologen der New York School of Medicine gehen davon aus, dass die Infektion mit Sars-CoV-2 zunächst auch inaktiv im Körper vorliegen könnte.

Biphasische Erreger

Zu den biphasischen Erregern gehört beispielweise auch der Milzbranderreger Bacillus anthracis. Hier beobachtet man zu Beginn der klinischen Erscheinungen eine mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergehende Rachenentzündung. Es treten ebenfalls starke Rückenschmerzen auf. Nach ein bis fünf Tagen sinkt das Fieber und steigt nach einem Intervall von etwa einem Tag wieder an – dies ist der Verlauf in zwei Phasen, hier folgen sie relativ kurz aufeinander. Beim aktuellen Erreger Sars-CoV-2 können diesbezüglich noch keine endgültigen Aussagen über die Phasenlängen getroffen werden.

Sollte sich das Virus als biphasischer Krankheiterreger bestätigen, so könnte es zu neuen Problematiken bei der Eindämmung der Verbreitung kommen. Quarantänezeiten und auch die Behandlung an sich mit den zugehörigen Kontrollen müsste in der Art und im Umfang überarbeitet werden. Die Zahl der bereits Genesenen müsste in der Konsequenz ebenfalls nach unten korrigiert werden. Für einen prognostizierten Krankheitsverlauf ist die Frage nach einer möglichen Mehrfachinfektion von zentraler Bedeutung. Die Ausgehbeschränkungen und die Art der Lockerungen müssten ebenfalls erneut überdacht werden. Bislang geht der Großteil der Wissenschaftler davon aus, dass es nach einer überstandener Covid-19-Erkrankung zu einer Grundimmunität kommt.

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